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Wie ein Nein aus China das Geschäft mit dem Müll verändert hat

Siem Reap, Kambodscha: Die 11-jährige Soburn durchsucht Müll nach Dingen, die ihre Familie noch gebrauchen kann.
Siem Reap, Kambodscha: Die 11-jährige Soburn durchsucht Müll nach Dingen, die ihre Familie noch gebrauchen kann.REUTERS
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Lange Jahre war China die Müllkippe der Welt, dann wollte Peking den Abfall der Industriestaaten nicht mehr. Seitdem sind große Mengen Müll nach Malaysia, Thailand und in andere Staaten Südostasiens verschifft worden. Die stoßen längst an ihre Grenzen. Und die Welt steht erst am Anfang eines gewaltigen Müllproblems.

In Laem Chabang herrscht Hochbetrieb. Riesige Kräne hieven Container von Frachtschiffen an den Anlegestellen. Hafenarbeiter brüllen Anweisungen, dirigieren Lastwagen, fertigen Ware ab. Rund um die Uhr werden hier Handelsschiffe gelöscht und beladen. Am Horizont zeichnen sich die Konturen von den nächsten Frachtern ab, die Thailands größten und wichtigsten Hafen aus aller Welt ansteuern. „Laem Chabang Port. World Class Port“ prangt auf einer Mauer am Eingang des Areals. Weltklasse-Hafen – es ist eine Ansage.

„Glück, Wachstum und Wohlstand“ hat Thailands Militärjunta der Bevölkerung versprochen. Die Generäle wollen das Touristenparadies zu einem Investitions- und Exportzentrum Asiens machen. Und der Hafen von Laem Chabang am Golf von Thailand, 120 Kilometer südlich der Hauptstadt Bangkok, soll dabei einewichtige Rolle spielen. Wenn alles nach Plan läuft, wird er ab Mai weiter ausgebaut. Aber der Wirtschaftskurs hat auch seine schmutzigen Seiten. Im wahrsten Sinne des Wortes. Denn die Frachter bringen auch den Abfall der Industriestaaten, Reste der westlichen Wegwerfkultur. Und so viel wie nie zuvor.