Vom vergötterten Superfood zum Bösewicht schlechthin: Die Avocado ist dabei, ihren guten Ruf zu verlieren. Der Druck auf den Handel steigt. Was heißt das für die Konsumenten?
Wenn es ums Essen geht, können Menschen mitunter recht emotional werden. Das bekam jüngst Meghan Markle zu spüren, auch bekannt als Herzogin von Sussex. Sie servierte einem Freund aus präroyaler Zeit Avocadotoast zum Tee, das Posting auf Instagram verbreitete sich viral. Und prompt unkte die Klatschpresse: Meghans bevorzugter Snack befeuere Menschenrechtsverletzungen, Dürre und Mord, titelte die „Daily Mail“. Harte Worte, mit denen die Boulevardzeitung aber nicht alleine ist. In sehr abgeschwächter Form sagen Umweltschützer das Gleiche. Die Avocado, die es seit den Nullerjahren vom Nischenprodukt in die Mitte der Gesellschaft geschafft hat, ist ordentlich in Verruf geraten. Sie ist auf dem Weg, vom geliebten Superfood der Hipster zum Bösewicht schlechthin zu werden.
Die kritischen Stimmen nehmen zu. Und man kann es ihnen nicht verdenken. Auszusetzen gibt es an der grünen Frucht reichlich. In den großen Produzentenländern wie Mexiko wird für den Avocadoanbau hektarweise Regenwald geholzt, auch illegal. Weil sich mit der Avocado aktuell viel Geld machen lässt, müssen alte Pflanzen wie die Pinie großflächig dem immergrünen Laubbaum weichen. Der Kreislauf ist bekannt und viel gescholten: Die Monokultur verdrängt natürliche Feinde, die Folge ist ein erhöhter Pestizideinsatz – der nächste Kritikpunkt.