„Vanitas. Schwarz wie Erde“: Die Tote, die lebt

Ursula Poznanski: „Vanitas. Schwarz wie Erde“
Ursula Poznanski: „Vanitas. Schwarz wie Erde“Knaur

Ursula Poznanski hat mit „Vanitas“ den Beginn einer neuen Thrillerreihe um eine verdeckte Ermittlerin vorgelegt. Ein sehr überzeugender Auftakt.

„Immer, wenn die Angst zurückkehrt, sehe ich mir Fotos meiner eigenen Beerdigung an.“ Nein, die Ich-Erzählerin, die sich jetzt Carolin nennt, ist nicht von den Toten auferstanden. Sie war vielmehr gar nie tot, wenn auch immer wieder knapp davor zu sterben. Als verdeckte Ermittlerin war sie in ein Verbrechersyndikat eingeschleust. Um Carolin zu schützen, wurde sie offiziell für tot erklärt. Mit neuer Identität arbeitet sie in einem Blumenladen mit Blick auf den Wiener Zentralfriedhof. Alles könnte friedlich sein.

Könnte. Denn, man ahnt es, Carolin wird wieder um einen Gefallen gebeten. Sie soll sich in München mit der Tochter des Bauunternehmers Lambert anfreunden, um mehr über die Machenschaften der Baubranche herauszufinden. Immerhin ist dort gerade eine Journalistin auf einer Baustelle einbetoniert worden. Ein Unfall, offiziell.

Die Wienerin Ursula Poznanski, mit ihren Jugendthrillern seit „Erebos“ vor allem in Deutschland sehr populär, hat mit „Vanitas“ einen dichten Thriller (für Erwachsene) geschrieben, der von der ersten Seite an überzeugt. Die Handlung macht – auch wenn die Baubranche vielleicht mäßig spannend klingen mag – zwischendurch durchaus atemlos. Rasant geht es dahin, Panik und Paranoia der Protagonistin übertragen sich auch auf den Leser. „Vanitas“ ist der Auftakt einer Trilogie und ein – für einen Thriller – relativ gewaltfreier Pageturner (ganz ohne Grausamkeiten geht es natürlich nicht). Teil zwei folgt 2020. Gut so.

Ursula Poznanski: „Vanitas. Schwarz wie Erde“, Knaur, 376 Seiten, 15,50 Euro