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Fonds kauft meistgehasste deutsche Aktien

(c) REUTERS (Kai Pfaffenbach)
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Vom US-Markt hält sich der ungarische Fonds noch fern.

New York. Die größte ungarische Investmentgesellschaft kehrt langsam an den deutschen Aktienmarkt zurück, macht aber weiterhin einen Bogen um den US-Markt, nachdem sie im Vorjahr sämtliche Aktienpositionen aus den beiden Ländern abgestoßen hat. „Wir haben Anfang 2018 alle deutschen Aktien und im dritten Quartal alle US-Aktien verkauft", sagte Gabor Czachesz, Fondsmanager bei OTP Alapkezel?. Der Fonds habe nun „vorsichtig begonnen, am deutschen Markt zu kaufen", bleibe aber dem US-Markt fern, da „die Volatilität noch immer beunruhigend ist".

Der in Budapest ansässige Fondsmanager pickt bereits die erfolgversprechendsten Werte unter den meistgehassten deutschen Aktien heraus. Zu seinen Favoriten zählen die größten börsenotierten Kreditinstitute Deutsche Bank und Commerzbank, der Chemiegigant BASF und der Industriekonzern ThyssenKrupp. Wenn der Abwärtstrend aus dem Jahr 2018 dauerhaft pausiere, würden die Anleger wieder zu zyklischen Werten zurückkehren und die ungeliebten Aktien am stärksten steigen, da Leerverkäufer ihre Positionen schließen, sagte er. Die deutsche Wirtschaft, insbesondere der Aktienmarkt, sei stark Konjunkturzyklen ausgesetzt, fügte Czachesz hinzu.

Der DAX ist in diesem Jahr bisher um fünf Prozent gestiegen, nachdem er 2018 die schlechteste Performance seit einem Jahrzehnt verzeichnet hat. Im Dezember ist der DAX aufgrund von Gewinnwarnungen, politischen Sorgen und Spannungen im Handel in einen Bärenmarkt eingetreten.

Czachesz schaut sich auch Restaurantaktien an, etwa Vapiano, ein Franchise-Unternehmen, das Pizza-und Pasta-Restaurants betreibt und seit 2017 an der Börse Frankfurt notiert ist. Die Aktie ist im Vorjahr 76 Prozent gefallen, und das Geschäftsmodell des Unternehmens habe vielerlei Mängel. Das Unternehmen könnte aber in der Lage sein, seine Strategie zu verbessern. (Bloomberg)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 04.02.2019)