EU-Kommission: Erste Erfolge im Kampf gegen Hass im Internet

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Bereits knapp drei Viertel der beanstandeten Hassreden werden aus dem Netz entfernt.

Brüssel. Die von der EU gesetzten Maßnahmen gegen Desinformation und Hetze im World Wide Web beginnen zu greifen. Im Durchschnitt werden derzeit 72 Prozent der beanstandeten Hassreden von den Internet-Unternehmen aus dem Datenverkehr gezogen, teilte die EU-Kommission am gestrigen Montag mit. In 89 Prozent der Fälle sei das Löschen solcher Inhalte innerhalb von 24 Stunden erfolgt.

Anlass der Bekanntgabe war der jüngste, bereits vierte Bericht zur Effektivität des 2016 in die Wege geleiteten Verhaltenskodex für digitale Plattformen. Die neuen Zahlen verdeutlichen den Fortschritt – denn bei den ersten beiden Untersuchungen waren nach Kommissionsangaben lediglich 28 bzw. 40 Prozent der beanstandeten Inhalte zeitnah aus dem Internet entfernt worden.

Im Mai 2016 hatten sich vier Internetriesen – Facebook, Microsoft, Twitter und YouTube – sowie NGOs und die EU-Kommission zusammengeschlossen, um einen „Verhaltenskodex zum Vorgehen gegen illegale Hassreden“ zu erstellen. Dieser sieht striktere Regeln bei Jugendschutz oder Werbung vor. Im Vorjahr sind Google+, Instagram, Snapchat und Dailymotion dem Verhaltenskodex beigetreten, berichtete EU-Justizkommissarin Vera Jourova am Montag.

 

Twitter im Rückwärtsgang

Die beste Performance wies YouTube auf – nach 75 Prozent im Jahr davor löschte die Google-Tochter Ende 2018 bereits 85,4 Prozent aller beanstandeten Inhalte. Am anderen Ende des Spektrums befindet sich der (von US-Präsident Donald Trump intensiv genutzte) Kurznachrichtendienst Twitter: Wurden Ende 2017 noch 45,7 Prozent aller Hasspostings gelöscht, waren es ein Jahr später nur noch 43,5 Prozent. (APA/red.)