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Australien: Jahrhundertflut treibt Krokodile in Wohngebiete

Local resident Paul Shafer and his daughter Lily stand in floodwaters near star pickets that show where the storm water cover has been removed in Hermit Park, Townsville
Ein Bewohner der überfluteten Stadt Townsville und seine Tochter waten durch das Wasser. Die Behörden raten davon ab: Hier könnten auch Krokodile schwimmen.(c) REUTERS (Stringer .)
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In Townsville im Nordosten Australiens kamen mit den Fluten auch Salzwasser-Krokodile in die Stadt. Die ungewöhnlich heftigen Regenfälle forderten bereits zwei Menschenleben.

Die ungewöhnlich heftigen Regenfälle im Nordosten Australiens sorgen nicht nur für enorme Überschwemmungen und Stromausfälle, sondern brachten auch Salzwasser-Krokodile in die überfluteten Gemeinden: Einige von ihnen wurden in überschwemmten Wohngebieten gesichtet.

Mit drastischen Bildern rief die Polizei von Queensland die Menschen auf, sich von den Fluten fernzuhalten: "Sollte die Vorstellung, Auge in Auge einem Krokodil gegenüberzustehen, nicht abschreckend genug sein, dann erinnere dich, bevor du zum Spielen in die Fluten steigst, an die große Möglichkeit, dass du in die Exkremente deines Nachbarn watest", erklärte sie. Salzwasser-Krokodile, auch als Leistenkrokodile bekannt, in Australien verniedlichend "Salties" genannt, sind eine Spezies die sich entgegen ihrem Namen auch in Süßwasser äußerst wohl fühlen.

Social-Media-Nutzer berichteten von Krokodilsichtungen in der Umgebung von Townsville, einer Stadt nicht weit vom Great Barrier Reef in Queensland, die von den Fluten besonders hart getroffen wurde:

Zwei Tote im Wasser gefunden

Doch die größere Gefahr ist das Wasser selbst. In Townsville kamen aufgrund der Überschwemmungen zwei Menschen zu Tode: Im Wasser wurden die Leichen zweier Männer im Alter von 21 und 23 Jahren entdeckt, wie die Polizei am Dienstag mitteilte. Vermutet wird, dass sie bereits am Montag ertranken.

Die Stadt war nach ungewöhnlich heftigen Regenfällen über mehrere Tage hinweg zum Katastrophengebiet erklärt worden. Noch nie in unserem Leben haben wir so viel Wasser gesehen", berichtete Radiomoderatorin Gabi Elgood am Montag. "Du denkst, mehr kann jetzt nicht mehr kommen, aber der Regen hört einfach nicht auf." Allein in der Nacht auf Montag gingen bei den Rettungsdiensten mehr als tausend Notrufe ein.

So viel Regen wie sonst in einem Jahr

Am Dienstag entspannte sich die Lage in Townsville etwas. Die nationale Wetterbehörde sagte für die nächsten Tage jedoch wieder starken Regen voraus. Große Teile der Stadt stehen immer noch unter Wasser. Mehrere hundert Einwohner mussten ihre Häuser verlassen. Sie sind nun in Notunterkünften untergebracht. In einigen Regionen des Bundesstaats Queensland, in dem auch Townsville liegt, fiel binnen weniger Tage so viel Regen wie sonst in einem Jahr. Laut Wetterdienst dürfte der Regen bis Donnerstag anhalten.

Das Militär unterstützte den Großeinsatz in den Überschwemmungsgebieten: Es lieferte 70.000 Sandsäcke zum Abdichten bedrohter Gebäude, stellte Wasserfahrzeuge zur Verfügung und rettete unzählige Menschen von Dächern, wohin sie sich vor den Fluten gerettet hatten. Rund 20.000 Häuser waren von den Fluten bedroht, 16.000 Menschen waren ohne Strom.

(APA/AFP)