Tiroler Dialektdichter Hans Haid ist tot

Die österreichische Dialektliteratur verdanke Haid wie keinem Zweiten ihren Neuaufbruch ab Ende der 1960er-Jahre, hieß es von der IG Autorinnen Autoren.

Der Ötztaler Dialektdichter und Volkskundler Hans Haid ist tot. Er starb vergangene Nacht kurz vor seinem 81. Geburtstag, den er am 26. Februar gefeiert hätte, teilte Gerhard Ruiss von der IG Autorinnen Autoren am späten Dienstagabend mit. Die österreichische Dialektliteratur verdanke Haid wie keinem Zweiten ihren Neuaufbruch ab Ende der 1960er-Jahre.

Die enge Verknüpfung von regionaler Dichtung, regionaler Sprache und Regionalentwicklung fand in Haid eine ideale Verkörperung, betonte Ruiss. Seit 1967 gibt es literarische Veröffentlichungen von Haid. Bevor sich der Dialektdichter ab Ende der 1980er-Jahre in seiner Arbeit wieder auf das Ötztal konzentrierte, initiierte und baute er viele Jahre in Wien und Reinprechtspölla im Waldviertel Einrichtungen wie das Internationale Dialektinstitut "IDI" oder die" Arge Region Kultur" mit auf.

Haid wurde am 26. Februar 1938 in Längenfeld im Ötztal geboren. Nach der Externisten-Matura schloss er ein Studium der Volkskunde ab und promovierte über das Brauchtum im Ötztal und seine tourismusbedingten Veränderungen. Er veröffentlichte Mundartgedichte, Hörspiele und Romane, aber auch zahlreiche Bildbände und volkskundliche Bücher. Zuletzt lebte er auf einem Bergbauernhof in Heiligkreuz im Venter Tal im Gemeindegebiet von Sölden.

Bereits vor einigen Jahren hatte er den volkskundlichen und historischen Teil seiner umfangreichen Sammlung an das Ötztaler Heimatmuseum in Längenfeld übergeben, der literarische Teil seiner Sammlung ging als Vorlass an das Brenner-Archiv.

 

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