Trump schlägt David Malpass als neuen Chef der Weltbank vor

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Der ehemalige Wallstreet-Ökonom gilt als bekennender Weltbank-Kritiker. Malpass kündigte an, er wolle sich für "konstruktive Reformen" bei der multinationalen Entwicklungsbank einsetzen.

US-Präsident Donald Trump hat den bekennenden Weltbank-Kritiker David Malpass als Kandidaten für den Chefposten der internationalen Institution nominiert. Trump gab die Entscheidung für den bisherigen ranghohen Mitarbeiter des US-Finanzministeriums am Mittwoch in Washington bekannt.

Trump beschrieb den 62-Jährigen als "hochrespektierten" und "brillanten" Mann. Es könne "keinen besseren Kandidaten" für die Leitung der Weltbank geben. Malpass selber kündigte an, er wolle sich für "konstruktive Reformen" bei der multinationalen Entwicklungsbank einsetzen.

Der Weltbank-Chef kommt traditionell aus den USA. In den vergangenen sechseinhalb Jahren war die Bank von Jim Yong Kim geleitet worden. Er hatte zum Jahresbeginn überraschend seinen Rücktritt angekündigt.

Malpass hatte die Weltbank 2017 in einem Auftritt vor dem US-Kongress scharf kritisiert. Internationale Institutionen wie die Weltbank und der Internationale Währungsfonds (IWF) gäben "viel Geld" aus und seien aber "nicht sehr effizient", sagte Malpass, der einst auch Wall-Street-Ökonom war. Ihre Kreditvergabepraxis sei "oft korrupt".

Alle 189 Weltbank-Mitgliedsländer können Vorschläge einreichen

Malpass hatte zuletzt an einer Reform der Weltbank mitgewirkt, die unter anderem eine Kapitalerhöhung um 13 Milliarden Dollar beinhaltet. Die USA hatten der Kapitalerhöhung lange Zeit skeptisch gegenübergestanden. In den Verhandlungen erwirkte das Team um Malpass, dass die Kreditvergabe der Bank künftig stärker auf sehr arme Länder zugeschnitten wird. Aufstrebende Volkswirtschaften wie China sollen weniger profitieren.

Das offizielle Bewerbungsverfahren um den Chefposten der Weltbank beginnt am Donnerstag und dauert bis zum 14. März. Der Verwaltungsrat will den Nachfolger Kims noch vor der gemeinsamen Frühjahrstagung mit dem Internationalen Währungsfonds (IWF) küren, die Mitte April in Washington stattfindet. Alle der 189 Weltbank-Mitgliedsländer können Vorschläge einreichen.

Kernaufgabe der aus fünf Organisationen bestehenden Weltbankgruppe ist es, die Armut in der Welt zu bekämpfen und die Lebensbedingungen der Menschen in Entwicklungsländern zu verbessern. Die Weltbank war kurz vor dem Ende des Zweiten Weltkriegs gegründet worden - damals noch um den Wiederaufbau Europas voranzubringen.

(APA/AFP/dpa/Reuters)