Keine Craft solchen Macho-Typen

GERICHTSVERHANDLUNG WEGEN UeBLER NACHREDE: MAURER / WINDHAGER
Sigrid Maurer wurde zu einer Geldstrafe verurteilt.APA/HANS PUNZ

Man muss kein ausgewiesener Frauenversteher sein, um zu bemerken: Da läuft etwas schief.

Sigrid Maurer, Grün-Politikerin, machte öffentlich, was wohl vielen Frauen in diesem Land alltäglich widerfährt. Als sie an dem Bier-Geschäft vorbeigeht, vernimmt sie sexistische Sprüche. Später bekommt sie aus diesem Laden virtuell widerwärtige Nachrichten. Da schreibt jemand aus der gesellschaftspolitischen Unterwelt über ihren Körper und seine Vergewaltigungsfantasie. Maurer macht das publik. Ein gegenseitiger Social-Media-Shitstorm bricht los.

Die vermeintlich zornigen Männer wären ein Fall für die Therapeuten: Im (Sexual)leben zu Recht zu kurz gekommen? Die Gegner übertreiben wie so viele im Netz mit der Wortwahl.

Maurer teilt die übelkeitserregenden Nachrichten an sie und nennt den mutmaßlichen Absender. Vor Gericht kann nicht bewiesen werden, dass der Bier-Shop-Eigentümer das geschrieben hat. (Sondern eventuell auch ein heimlicher sexistischer Shop-Eindringling.) Da Maurer aber den Bier-Chef genannt hat, wird sie, das Opfer, zur einer Geldstrafe verurteilt. Klingt absurd, ist aber eben Recht. Viele Menschen – darunter sehr viele Männer – spenden daraufhin für Maurer.

Nun will der Bier-Händler 50.000 Schadenersatz da „ja sehr viel Geld für Maurer gesammelt wurde“, wie er meint, 4000 erhielt er übrigens bereits für die „erlittene Kränkung“ (sic).

Man muss weder ein ausgewiesener Frauenversteher, ein Grün-Revival-Anhänger oder Feministinnensöhnchen sein um zu bemerken: Da läuft etwas schief. Da glauben ein paar Typen, sich über das für sie vermeintlich schwache und immer willige Geschlecht erheben zu können. Da erhebt gerade die hässliche Fratze des Machismo ihr Haupt. Das sollten wir nicht zulassen. Wo sind die Arbeitsinspektoren, die Notausgangs-Vermesser und Hygiene-Kontrolleure, wenn man sie einmal braucht?