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Hofburg-Wahl: SPÖ rügt Weißwähler in ÖVP

HofburgWahl SPoe ruegt Weisswaehler
(c) Michaela Bruckberger
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Immer mehr ÖVP-Granden empfehlen indirekt, bei der Bundespräsidenten-Wahl ungültig zu wählen. Die Kritik in der SPÖ wird immer lauter: "Politisch gesehen schizophren", "einer demokratischen Partei unwürdig".

Offiziell hat die ÖVP für die Bundespräsidenten-Wahl keine Wahlempfehlung abgegeben. Doch immer mehr schwarze Spitzenpolitiker empfehlen mit ihrem Outing als Weißwähler indirekt, ungültig zu wählen. In der SPÖ wird die Kritik daran immer lauter.

Der oberösterreichische SPÖ-Landesgeschäftsführer Christian Horner hält die Haltung der ÖVP für "politisch gesehen schizophren": Man könne nicht "aus Angst vor einer Wahlniederlage keinen eigenen Kandidaten aufstellen und dann andererseits zum Weißwählen auffordern, weil kein geeigneter Kandidat zur Verfügung stehen würde", sagt er im Ö1 Morgenjournal.

Häupl: "Versteh' die ÖVP nicht"

"Also ich versteh' die ÖVP nicht", sagt der Wiener Bürgermeister und SPÖ-Chef Michael Häupl. Zwischen der FP-Kandidatin Barbara Rosenkranz und dem "untadeligen Demokraten" Heinz Fischer könne man doch keine Äquidistanz haben oder zum Weißwählen auffordern.

SPÖ-Bundesgeschäftsführerin Laura Rudas hofft noch auf ein Umdenken der Volkspartei. ÖVP-Wähler und -Funktionäre würden mehrheitlich Heinz Fischer unterstützen. "Ich hoffe, dass die ÖVP-Spitze in den letzten Wochen noch zur Besinnung kommt und klar Stellung bezieht. Weil auffordern weiß zu wählen ist einer demokratischen Partei unwürdig", sagt sie im Morgenjournal.

ÖVP-Granden wählen Weiß

In den vergangenen Wochen haben sich unter anderem ÖVP-Klubobmann Karlheinz Kopf, der Zweite Nationalratspräsident Fritz Neugebauer, EU-Delegationsleiter Ernst Strasser, der Chef der Christgewerkschafter Norbert Schnedl, und wichtige Landeshauptleute wie Erwin Pröll als Weißwähler geoutet.

(Red.)

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