Österreich

Ein Jahr Frauenquote im Aufsichtsrat – ist jetzt alles gut?

„Frauen verlaufen sich oft auf dem Weg nach oben, auch aus einem karriereschädlichen Mangel an Selbstwertgefühl“, sagt Aufsichtsrätin Cattina Leitner.
„Frauen verlaufen sich oft auf dem Weg nach oben, auch aus einem karriereschädlichen Mangel an Selbstwertgefühl“, sagt Aufsichtsrätin Cattina Leitner.(c) Akos Burg

Aufsichtsräte börsenotierter und großer Firmen müssen eine Frauenquote von 30 Prozent erfüllen. Auf den ersten Blick wirkt die Pflicht. Auf den zweiten Blick ist sie gar nicht so verpflichtend. Über Frauen, die sich den Weg nach oben gebahnt haben – und eine Quote, die immer noch unbeliebt ist.

Eine Quote, das ist nichts. Nein, besser, man schafft es aus eigener Kraft. Denn wer, sagen die vielen Gegner, will schon gern eine Quotenfrau sein? Die Idee hat sich trotzdem durchgesetzt: Seit Jänner 2018 müssen börsenotierte Unternehmen mit mehr als 1000 Mitarbeitern 30 Prozent ihrer Aufsichtsratsmandate mit Frauen besetzen. Damit gesellt sich Österreich zu etwa zehn Ländern in Europa, die schon solche Gesetze haben: Neben dem Vorreiter Norwegen gibt es in Frankreich, Italien, Spanien, Finnland, den Niederlanden und Deutschland eine verpflichtende Quote (siehe Grafik). Exotisch ist das also schon lang nicht mehr. Eher ziemlich Mainstream.