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Veni, Vidi, Vinz

Er hat es zum schnellsten Skifahrer der Alpenrepublik gebracht: Vincent Kriechmayr, bekränzt mit Lorbeer und Edelmetall.

Dass es die alten Römer in der Provinz Noricum bis an die Gestade des Danubius geschafft und dort ihren Limes errichtet haben, ist hinlänglich bekannt. Weniger geläufig ist, dass sich auch in den Siedlungsgebieten jenseits von Lentia (vulgo Linz) und dem Pöstlingberg, nördlich der Donau, ergo hinter den sieben Bergen und bei den sieben Zwergen, das Lateinische ausgebreitet – und, noch erstaunlicher – bis heute erhalten hat.

Das zeugt von der Hochkultur der „Muh-Viertler“, von den Linzern oft genug als hinterwäldlerisch und „gschert“ belächelt. Inzwischen lassen diese sich gern dort nieder: am „Balkon“ der Linzer, dem oberösterreichischen Silicon Valley, im Mühlviertel. Der momentan größte Sohn, ein Bauernbub, trägt den Vornamen eines Flachländers, eines flämischen Malers. Er hat es zum schnellsten Skifahrer der Alpenrepublik gebracht: Vincent Kriechmayr, bekränzt mit Lorbeer und Edelmetall. Der Vinz, der gwinnt's. Mit „Vici“, dem Sieg, hat es zwar noch nicht ganz geklappt – aber sei's drum.

Sein Fanklub aus Gramastetten bediente sich der Schriften Plutarchs und eines Zitats Gaius Julius Caesars, um ihren „Vinz“ anzufeuern: „Veni, Vidi, Vinz“. Womöglich haben die Fans auch nur ihren „Asterix“ genau studiert. Ihnen gebührt jedenfalls Gold für die originellste Sentenz bei den alten Schweden in Åre, goi. (vier)

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("Die Presse", Print-Ausgabe, 12.02.2019)