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Neue Kinderpsychiatrie im Wiener AKH bis 2020

Die Kinder- und Jugendpsychiatrie im AKH übersiedelt in ein neues Gebäude und bekommt 30 stationäre Betten und zehn Betten für die tagesklinische Betreuung.

Wien baut die Versorgung von Menschen mit psychiatrischen Erkrankungen um und aus. Kernstück für die Kinder-und Jugendpsychiatrie werden bis Frühjahr 2020 die neuen Räumlichkeiten für die diesbezügliche Universitätsklinik im Wiener AKH, hieß es am Mittwoch bei einer Pressekonferenz.

Derzeit laufen die Bauarbeiten und sollen bis März 2020 abgeschlossen werden. "Wir schaffen inklusive eines Zubaus 9.000 Quadratmeter Geschoßfläche", sagte der technische Leiter des AKH-Wien, Siegfried Gierlinger. Das erfolgt innerhalb des 2016 zwischen dem Bund und der Gemeinde Wien geschlossenen Rahmenvertrages mit mehr als 30 Einzelprojekten bis 2030, sagte Herwig Wetzlinger, Direktor des AKH.

Mit dem zweiten Quartal 2020 soll die alte Universitätsklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie dann aus ihren 45 Jahre alten Räumlichkeiten in den neuen Baukomplex übersiedeln und dort die Arbeit aufnehmen. Es wird dort 30 stationäre Betten und zehn Betten für die tagesklinische Betreuung geben.

"Die Situation in der psychiatrischen, psychotherapeutischen und psychosozialen Betreuung ist ein wichtiges Anliegen. Ein ganz zentrales Baustück ist die Kinder- und Jugendpsychiatrie. Wir brauchen einen Ausbau in Quantitäten und Qualitäten", sagte Gesundheitsstadtrat Peter Hacker (SPÖ). Neben dem Projekt von AKH und MedUni Wien sei die neue Kinder- und Jugendpsychiatrie am Krankenhaus Nord mit geplanten 24 Betten stationär und sechs Betten in einer tagesklinischen Einrichtung ein weiterer wichtiger Bestandteil.

Personalmangel

Stationäre und bauliche Einrichtungen sind aber nur ein kleiner Teil. Um - wie geplant - in Wien bis 2030 auf die geforderten Behandlungskapazitäten in der Kinder- und Jugendpsychiatrie in Einrichtungen und in der niedergelassenen Praxis zu kommen, muss vor allem der Personalmangel behoben werden.

Derzeit gilt ein Ausbildungsschlüssel, wonach der Vorstand einer Abteilung drei Kinder- und Jugendpsychiater in Ausbildung betreuen darf, jeder weitere Facharzt aber jeweils nur einen weiteren Arzt in Ausbildung. "Wir wollen auf einen Schlüssel von eins zu vier kommen - wie in Deutschland", sagte Hacker. "Dazu brauchen wir die Ärztekammer und das Gesundheitsministerium." Erst damit ließe sich bis 2030 bei einem Ausbildungszyklus für Fachärzte von sechs Jahren die geforderte Zahl der Kinderpsychiater in Wien von derzeit rund 70 auf 140 verdoppeln.

Der Leiter der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Paul Plener, verwies auf die in Zukunft neuen Möglichkeiten für Forschung und für neue Therapiekonzepte, zu denen auch Verfahren wie Biofeedback und Virtual Reality gehören. "Wir erleben derzeit eine große Umbauphase", erklärte der Rektor der MedUni Wien, Markus Müller. Bis 2030 sollte das Wiener AKH zu einer der modernsten und zukunftsweisenden Kliniken der Welt werden.

(APA)

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