Nicht auszudenken, hätten Vincent Kriechmayr und Marcel Hirscher – oder „Hürscher“, wie deutsche Kommentatoren ihn auszusprechen pflegen – die Nationalitäten ihrer Mütter Gertrudis und Sylvia angenommen.
Es wäre schlimm um die rot-weiß-rote Medaillenbilanz in Åre bestellt, sie würde recht blechern schimmern. Die Skinationen Belgien und die Niederlande, alpine Geheimtipps, hätten sich am Ende mit Edelmetall geschmückt.
Gut also für das Renommee der alpinen Supermacht, dass Papa Kriechmayr und Papa Hirscher mit Skilehrerschmäh bei ein paar Tassen Jagatee – wie wir vermuten – die jungen Benelux-Damen von den Vorzügen der österreichischen Staatsbürgerschaft überzeugt haben. Wobei: Ihre Söhne hätten in den Benelux-Flachländern womöglich auch als Eisläufer oder Radfahrer reüssiert.
Die Kriechmayrs begaben sich – ganz romantisch – per Auto vom Mühlviertel nach Mittelschweden: ein Road-Trip, im weiten Bogen vorbei an den „Dutch Mountains“, weltberühmt durch das One-Hit-Popwunder der Nits, vorbei auch an der südschwedischen Seenplatte, ohne Malheurs und Mordfälle à la Henning Mankell, und mit dem Valentinstag zum Ausklang. Im Übrigen reiste auch Ferdinand Hirscher im Auto an, allerdings aus Flugangst. Darin mag der Grund liegen, dass sein Sohn die Abfahrt scheut.(vier)
("Die Presse", Print-Ausgabe, 15.02.2019)