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Europa League: Harmlose Rapidler verlieren gegen Inter

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Blick auf den Fanblock im Allianz Stadion am DonnerstagAPA/AFP/JOE KLAMAR

Rapid hat das Hinspiel des Europa-League-Sechzehntelfinals gegen Inter Mailand nach einer schwachen Vorstellung mit 0:1 (0:1) verloren.

Das entscheidende Tor erzielte Lautaro Martínez in der 39. Minute aus einem Elfmeter. Das Rückspiel im Giuseppe-Meazza-Stadion steigt kommenden Donnerstag (21 Uhr), die Aufstiegschancen der Wiener sind verschwindend gering.

Rapid ist imstande, Massen zu bewegen, das zeigte sich an diesem Donnerstagabend einmal mehr. 23.850 Fans pilgerten in den Westen Wiens, keine einzige der Karten war in den freien Verkauf gegangen, auch die Gäste nutzten ihr Kontingent (2000 Tickets) bis auf den letzten Platz aus. Im Allianz-Stadion war seit dem 13. Dezember des Vorjahres (1:0 gegen Glasgow Rangers) nicht mehr gespielt worden, die Zuschauer lechzten also nach Fußball, nach Rapid. Aber, die Choreografie in der zwölften Minute war das Beste, was Rapid bzw. deren Fans zu bieten hatte.

Speziell in der ersten Hälfte war nicht einmal zu erahnen, was die Hütteldorfer praktizieren wollten – es gelangen keine drei ordentliche Pässe am Stück. Trainer Dietmar Kühbauer konnte mit dem Gebotenen unmöglich zufrieden sein, die Fans übten sich dennoch lange in Geduld. Als die Wiener in der 31. Minute ausnahmsweise in der gegnerischen Hälfte auftauchten und Bolingoli einen Eckball erarbeitete, prasselte es Applaus von den Rängen – man schätzte wirklich jede gelungene Aktion.

Wenig später lag Sonnleitner am Boden, blutete stark am Kopf. Der Abwehrchef wurde nach einem Zusammenstoß mit De Vrij minutenlang behandelt, machte aber weiter, nachdem das Cut getackert wurde. Die Kopfschmerzen bei Rapid aber ließen nicht nach, sie wurden sogar noch schlimmer. Inter blieb spielbestimmend, ohne allzu viel investieren zu müssen.

Kein Mut zum Risiko

Warum Kühbauer die technisch beschlagenen und kreativen Knasmüllner und Murg erst in der zweiten Halbzeit einwechselte, viel zu lange auch auf die Schnelligkeit von Schobesberger verzichtete, blieb sein Geheimnis, er verteidigte diese Entscheidung nach dem Spiel. "Ich glaube, es war richtig. Mit diesen drei Spielern hätten wir die Löcher in der ersten Halbzeit nicht so schließen können. Wir wollten defensiv kompakt stehen." In der 39. Minute nahmen die Dinge ihren Lauf. Nachdem die Situation eigentlich schon geklärt schien, kam der 20-jährige Thurnwald im Strafraum gegen Martinéz zu spät, der Gefoulte verwandelte den Elfmeter zum 1:0 (39.).

Dass Inter Mailand über mehr Mittel und Qualität als Rapid verfügt, ist unbestritten. Der Vergleich der Marktwerte (36,45 Mio. Euro zu 582,40 Mio. Euro) setzt doch einiges in Relation, wenngleich Mailands wertvollster Mann, der 100-Millionen-Stürmer Mauro Icardi, die Reise wegen seines Vertragspokers mit dem Klub erst gar nicht antrat.

Dennoch hatte manch Beobachter mit einer Überraschung spekuliert, weil auch Inter derzeit alles, nur nicht unverwundbar ist. Mehr als eine Topchance von Knasmüllner (66.) aber wollte Rapid nicht gelingen. Auf der Gegenseite vergab Naingolan (74.) das 2:0. "Am Sonntag empfangen die Hütteldorfer im Cup-Viertelfinale Hartberg. Die Zuversicht der Steirer ist am Donnerstag gewachsen.

("Die Presse", Printausgabe 15.02.2019)