Airbus gibt 50 Prozent Rabatt auf den Listenpreis

FILE PHOTO: A technician works inside the cabin of the first equipped fuselage sections of the new 555-seat superjumbo Airbus A380 at the Airbus facility in Finkenwerder near Hamburg
Reuters

Die Airbus-Bilanz offenbart Während früher in der Bilanz Listenpreise zugrunde gelegt wurden, muss Airbus nun den Wert der Aufträge auf der Basis von Marktpreisen angeben.

Airbus hat mit einem Hinweis auf die Höhe der Preisnachlässe für seine Kunden ein offenes Branchengeheimnis unfreiwillig bestätigt. Flugzeuge werden im Schnitt mit rund 50 Prozent Rabatt auf den Listenpreis verkauft, wie aus der am Donnerstag veröffentlichten Jahresbilanz des europäischen Flugzeugherstellers hervorgeht.

Ablesen lässt sich das aus Zahlen zum Auftragsbestand, den der Boeing-Rivale nach neuen Rechnungslegungsvorschriften anders bewerten muss als bisher. Während früher Listenpreise zugrunde gelegt wurden, muss Airbus den Wert der Aufträge nun auf der Basis von Marktpreisen angeben. Für 2018 steht der Auftragsbestand nach Marktpreisen mit 460 Mrd. Euro in der Bilanz. Das ist halb so viel wie ein Jahr zuvor, als sich die Aufträge nach Listenpreisen auf 997 Mrd. Euro summierten. Weil sich Neubestellungen und Auslieferungen seitdem in etwa die Waage hielten, sind beide Zahlen Branchenexperten zufolge grob vergleichbar.

Das weltgrößte Flugzeug, der A380, steht beispielsweise mit 446 Mio. Dollar (395 Millionen Euro) in der Airbus-Preisliste, die nach den Branchengepflogenheiten in der US-Währung geführt wird. Doch trotz der offensichtlich hohen Rabatte ist die Nachfrage nach dem Riesenflieger mit seinen 544 Sitzplätzen so gering, dass Airbus ihn aus dem Programm nimmt.