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Wiener Polizisten nehmen Betrunkenem Husky-Welpen ab

Einer der Beamten mit dem Husky-Welpen auf einem von der Polizei veröffentlichten Bild.
Einer der Beamten mit dem Husky-Welpen auf einem von der Polizei veröffentlichten Bild.LPD Wien
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Der 43-Jährige wollte den Hund auf einer tschechischen Raststation gefunden haben und gab zu, ihn zum Betteln verwendet zu haben. In Wien treten unterdessen strengere Regeln für Hundehalter in Kraft.

Polizisten haben einem Betrunkenen in Wien-Liesing einen Husky-Welpen abgenommen. Eine Streifenbesatzung war am vergangenen Mittwochabend zu einem Supermarkt in der Gatterederstraße geschickt worden, weil Zeugen dort den Alkoholisierten mit dem Hund beobachtet hatten. Der Mann erblickte die Beamten und versuchte sich abzusetzen, wurde aber nach kurzer Zeit erwischt.

Wie Polizeisprecher Harald Sörös am Dienstag mitteilte, fanden die Polizisten heraus, dass der Slowake keinen Wohnsitz in Österreich hat. Er sagte auch nicht, wo er schlief. Daher gingen die Uniformierten davon aus, dass der 43-Jährige und der Hund sich auch bei niedrigen Temperaturen im Freien aufhielten. Dass er schwer betrunken war, merkten die Polizisten unter anderem am Gang und an seiner Aussprache.

Während der Amtshandlung riss der 43-Jährige mehrfach fest an der Leine, was dem Tier offenbar wehtat. Auch stieg der Mann dem Hund mehrfach auf die Pfoten und den Schwanz, bemerkte dies aber nicht einmal. Er gab schließlich zu, dass er den jungen Husky zum Betteln verwendete, und behauptete, den Hund auf einer tschechischen Raststation gefunden zu haben. Die Polizisten nahmen ihm den Hund ab und brachten den Welpen in ein Tierquartier. Der 43-Jährige wurde nach dem Tierschutzgesetz angezeigt.

Alko-Limit und Maulkorbpflicht: Wiener Tierhaltegesetz nun in Kraft

Ab dem heutigen Dienstag (19.2.) gelten in Wien gelten strengere Regeln für Hundehalter. Sogenannte "Listenhunde" unterliegen nun - mit wenigen Ausnahmen - einer Maulkorb- und Leinenpflicht im öffentlichen Raum. Für deren Besitzer wurde eine Alkoholgrenze von 0,5 Promille eingeführt, wenn sie mit ihrem Tier unterwegs sind. Das schon Ende November beschlossene Gesetz ist mit dem heutigen Dienstag endgültig in Kraft getreten.

Auf die Verschärfungen einigte sich die rot-grüne Stadtregierung nach einem Vorfall im Herbst. Damals war ein Kleinkind von einem Rottweiler getötet worden, bei der Halterin wurden 1,4 Promille Alkohol im Blut nachgewiesen. Dass das Gesetz erst jetzt wirksam wird, liegt laut Büro von Tierschutzstadträtin Ulli Sima (SPÖ) an einer - nun abgelaufenen - achtwöchigen Einspruchsfrist des Bundes. Denn die Materie betrifft auch die dem Innenministerium unterstellte Polizei, die die Vorschriften kontrollieren muss.

Abgesehen vom Alko-Limit und der Maulkorb- und Leinenpflicht müssen Listenhundebesitzer künftig zwei Jahre nach Absolvierung des schon seit 2010 verpflichtenden Hundeführscheins erneut zur Prüfung antreten. Zusätzlichen Trainingseinheiten und Schulungen können außerdem angeordnet werden.

Was sind Listenhunde?

Folgende Hunde (und Kreuzungen der Rassen) gelten in Wien als "Listenhunde", für die seit 2010 ein Hundeführschein vorgeschrieben ist:

  • Bullterrier
  • Staffordshire Bullterrier
  • American Staffordshire Terrier
  • Mastino Napoletano
  • Mastin Espanol
  • Fila Brasileiro
  • Mastiff, Bullmastiff
  • Tosa Inu
  • Pitbullterrier
  • Rottweiler
  • Dogo Argentino (Argentinischer Mastiff)

Sachkundenachweis ab 1. Juli

Unabhängig von der Hunderasse gibt es auch Änderungen für alle Besitzer: Schafft man sich ein neues Tier an, muss ein sogenannter Sachkundenachweis erlangt werden. Im entsprechenden Kurs werden Grundkenntnisse über die Haltung eines Vierbeiners vermittelt. Diese Nachweispflicht gilt allerdings erst ab 1. Juli.

Die Polizei hatte bereits angekündigt, in Sachen Alkoholgrenze nicht routinemäßig, sondern eher in Anlassfällen zu kontrollieren. Einen erheblichen Mehraufwand stellten die Überprüfungen nicht dar, war seitens der Exekutive betont worden. In Wien sind derzeit rund 55.000 Hunde gemeldet, 3.300 davon sind Listenhunde.