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Polen: Präsidentenwahl voraussichtlich am 20. Juni

Polen Praesidentenwahl voraussichtlich Juni
(c) AP (Markus Schreiber)
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Tausende Polen nehmen in Warschau weiterhin Abschied von dem Präsidentenpaar. In Krakau gab es Demonstrationen gegen die Beisetzung Kaczynskis in der Wawel-Kathedrale.

In Warschau nehmen weiterhin tausende Polen Abschied von dem ums Leben gekommenen Präsidentenpaar. Der Fraktionsvorsitzende der rechtsliberalen Regierungspartei, Grzegorz Schetyna, erklärte indessen, dass die vorgezogene Präsidentenwahl voraussichtlich am 20. Juni stattfinden wird. Parlamentspräsident Bronislaw (PO) Komorowski verschob die offizielle Entscheidung über den Termin am Mittwoch aber nach einem Gespräch mit den Parlamentsfraktionen auf den 21. April.

Vor allem die Opposition hat um einen späten Termin gebeten. Denn sowohl die rechtskonservative Partei "Recht und Gerechtigkeit" (PiS) aus deren Reihen Lech Kaczynski stammte als auch das "Bündnis der demokratischen Linken" (SLD) verloren ihren erklärten Kandidaten für die Präsidentenwahl, die zunächst im Herbst stattfinden sollte.

Lange Schlangen vor Präsidentenpalast

Tausende Polen sind in der Nacht auf Mittwoch und am frühen Morgen zu den aufgebahrten Särgen von Lech Kaczynski und seiner Frau Maria gepilgert. Die Wartezeit vor dem Präsidentenpalast in Zentrum von Warschau betrage mehrere Stunden, berichtete der Fernsehsender TVN24.

Viele Trauerende knien kurz nieder, und legen Blumen vor die Särge. Der Amtssitz des Präsidenten soll für die Besucher bis zum Wochenende zugänglich sein. Am Samstag ist eine Trauerzeremonie in Warschau für alle 97 Opfer des tragischen Flugzeugunglücks in Westrussland geplant, bei dem das Präsidentenpaar und zahlreiche Funktionäre von Staats und Armee umkamen. Am Sonntag wird das Präsidentenpaar auf der Wawel-Burg in Krakau (Krakow) beigesetzt. Vorher soll vor der Krakauer Marienkirche ein Trauergottesdienst stattfinden.

Demo: "Kaczynski ist Wawels nicht würdig"

Die Entscheidung der Kirchenbehörden, den Präsidenten in der nationalen Grabstätte neben Königen, Staatsmännern und Nationaldichtern beizusetzen, stieß in Polen nicht nur auf Zustimmung. In Krakau demonstrierten am Dienstagabend mehrere hundert Menschen gegen Krakau als Kaczynski-Grabstätte. "Er ist des Wawels nicht würdig", skandierten die Demonstranten.

Die Verstorbenen sollen in einer Krypta der Wawel-Kathedrale neben Marschall Jozef Pilsudski (1867-1935) die letzte Ruhe finden. Pilsudski hatte zur Wiederherstellung des unabhängigen polnischen Staates nach dem Ersten Weltkrieg 1918 entscheidend beigetragen und gilt als beliebtester polnischer Politik des 20. Jahrhunderts. Er kam allerdings nach einem Staatsstreich an die Macht, und die Opposition und Aufstände von Ukrainern und Weißrussen wurden zu seiner Zeit mit polizeistaatlichen Mitteln brutal teils bekämpft.

(APA/dpa)