Streamingtipps

Oscar-Filme zum Streamen vorab

Emily Blunt in "A Quiet Place"(c) Photo Credit: Jonny Cournoyer (Photo Credit: Jonny Cournoyer)

Wer es nicht geschafft hat, alle Oscar-Filme vor der Sonntagnacht-Verleihung zu sehen, kann durchatmen: Ein paar davon lassen sich schon jetzt legal streamen – auch Hauptpreisanwärter.

Roma

Drama, auf Netflix

Die Oscar-Produzenten kamen heuer mit keinem ihrer Vorhaben zur Steigerung der Einschaltquoten durch. Die Einführung einer Kategorie für den besten populären Film wurde als Anbiederung an den Kommerz abgewehrt. Ebenso der absurde Plan, auf die Ausstrahlung der Preisübergabe an Kameraleute und Schnittmeister zu verzichten. Aber in einer Sache schmälerte ein Dilemma die Protestbereitschaft: Mit „Roma“, der für zehn Oscars nominiert wurde, erreichte erstmals eine primär für den Bildschirm vorgesehene Streamingdienst-Produktion die Position eines Top-Favoriten. Ungeachtet des berechtigten Ärgers über die limitierte Kinoauswertung durch Netflix, die einzig dem Kalkül geschuldet war, ihr Kronjuwel für den Wettbewerb zu qualifizieren, ist das Schwarzweiß-Drama über eine indigene Hausangestellte im Mexiko der 70er-Jahre aber zu großartig, als dass man ernsthaft gegen seine generöse Würdigung sein könnte. So hat den Dammbruch ausgerechnet ein Meisterwerk bedingt, das wie für die Leinwand geschaffen wirkt. Voll überwältigender visueller Augenblicke und Details in seinen komplex arrangierten Einstellungen – die sich aber wenigstens durch Zurückspulen und Abstoppen beliebig oft wiederholen und studieren lassen. Netflix

 

A Quiet Place

Horror-Thriller, auf Amazon Prime

Weil die außerirdischen Invasoren nicht nur aggressive Menschenfresser sind, sondern zum Ausgleich für ihre Blindheit auch ein sehr feines Gehör haben, muss sich die Familie aus „A Quiet Place“ mucksmäuschenstill durch eine postapokalyptische Welt bewegen. Jedes Geräusch ist lebensgefährlich, ergo sind Klänge in dem minimalistischen Horror- und Familien-Drama tragende narrative Elemente. Und die Nominierung für den facettenreichen Tonschnitt (eine missverständliche Bezeichnung für die Tongestaltung) eine mehr als nur angemessene Anerkennung für einen der originellsten Gruselfilme seit langem.


Endspiel

Dokumentarfilm, Netflix

Fast noch ärgerlicher als der Tod sind die Bemühungen, ihm beschönigend seinen Stachel zu nehmen. In „Endspiel“ wird auf derlei Beschwichtigungen verzichtet. Der Tod ist Skandal und Feind. Das heißt aber nicht, dass sich die Netflix-Kurzdoku über die letzten Tage von ein paar tödlich erkrankten Hospiz-Bewohnern in Nihilismus ergeht. Die Fürsorge der Pflegekräfte, die Liebe der Angehörigen trotzen dem existenziellen Verlöschen etwas ab, das nicht in der Natur vorkommt: Mitgefühl. Netflix


Black Sheep

Kurzfilm, Kurzfilmplattform shortoftheweek.com

Cornelius Walker setzt sich vor die Kamera und erzählt eine Geschichte. Darüber, wie er aus Angst vor Rassismus Sprachduktus und Kleidungsstil seiner Peiniger übernahm, sich blaue Linsen einsetzte, seine Haut bleichte, schließlich dazugehörte – und selbst zum Täter mutierte. Ed Perkins' eindringliches Kurzdoku-Drama montiert die Beichte seiner Hauptfigur mit nachinszenierten Szenen.


Black Panther

Blockbuster, Sky

Bei den Oscars haben Blockbuster seit jeher einen schweren Stand. Doch bei Ryan Cooglers Sensationserfolg „Black Panther“ konnte man nicht mehr so tun, als gäbe es Eventkino nicht. Mit seiner Nominierung für den „Besten Film“ hat er nun Geschichte geschrieben: Selbst Christopher Nolans „The Dark Knight“ wurde diese Ehre trotz acht Nominierungen nicht zuteil. Sehenswert!

 

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