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Kolumbien schließt vorübergehend Grenze zu Venezuela

Anhänger von Interimspräsident Guaido demonstrieren für die Auslieferung von Hilfsgütern.REUTERS/Carlos Garcia Rawlins TP
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Venezuelas Machthaber hatte Hilfsgüter mit Gewalt blockiert. Es gab mindestens drei Tote. US-Außenminister Pompeo spricht von einem "kranken Tyrannen".

Scharfe Waffen gegen Lebensmittel und Medizin: Venezuelas umstrittener Präsident Nicolas Maduro hat sein Land in eine Festung verwandelt und lässt keine humanitäre Hilfe für seine Bevölkerung ins Land. Nun fordert die Auseinandersetzung rund um Hilfsgüter an der Grenze zu Brasilien und Kolumbien erste Todesopfer. Bei schweren Zwischenfällen kamen dort am Samstag mindestens drei Menschen ums Leben, rund 300 wurden verletzt. Sicherheitskräfte von Machthaber Maduro stoppten am Samstag an verschiedenen Grenzpunkten humanitäre Hilfe, die von Venezuelas selbst ernanntem Interimspräsidenten Juan Guaido mit Unterstützung von Kolumbien, Brasilien, Chile und den USA bereitgestellt worden war.

Am Sonntag hat auch Kolumbien alle Grenzübergänge nach Venezuela für die Dauer von 48 Stunden geschlossen. Bei den Zusammenstößen von Demonstranten mit venezolanischen Grenzschützern seien am Samstag Schäden entstanden, die repariert werden müssten, teilte die kolumbianische Migrationsbehörde mit. Wegen der Sperre der Übergänge können die Anhänger des selbst ernannten Übergangspräsidenten Juan Guaidó keinen neuen Anlauf starten, die in der kolumbianischen Grenzstadt Cúcuta gelangten Hilfsgüter über die Grenze nach Venezuela zu schaffen. 

Zusammenstöße mit venezolanischen Grenzschützern

 

Auf einer der Grenzbrücken zu Kolumbien wurden vier Lastwagen von venezolanischen Sicherheitskräften mit Tränengas und Gummigeschoßen zum Stehen gebracht, nachdem sie eine erste Barriere durchbrochen hatten. Zwei der Lastwagen gerieten in Brand. Die Lastwagen mit Lebensmitteln und Medikamenten wurden vorläufig von den Grenzübergängen zurückgezogen. Ein aus dem US-Außengebiet Puerto Rico kommendes Schiff mit Hilfsgütern wurde in der Karibik von venezolanischen Kriegsschiffen unter Androhung von Waffeneinsatz abgewiesen. 

Kolumbiens Staatschef Iván Duque besuchte am Sonntag die internationale Grenzbrücke Simón Bolívar bei Cúcuta. "Die Diktatur (Maduros) hat vor der Welt ihre moralische Niederlage besiegelt", sagte Duque. Er bezog sich dabei auf die von Venezuelas Regierung verhinderten Einfuhr von Hilfsgütern.

Venezuela bricht Beziehungen zu Kolumbien ab

US-Außenminister Mike Pompeo verurteilte die Gewalt von "Maduros Schlägern" gegen die Zivilbevölkerung Venezuelas. Nunmehr sei die Zeit gekommen, die verzweifelten Menschen in Venezuela zu unterstützen, kündigte er auf Twitter an. "Was für ein kranker Tyrann stoppt Nahrung für hungrige Menschen?", schrieb er weiter.

Am Samstag brach Venezuela außerdem die diplomatischen Beziehungen zu Kolumbien ab. "Wir können nicht weiter tolerieren, dass sich kolumbianisches Gebiet für eine Aggression gegen Venezuela hergibt", sagte Maduro bei einer Massenkundgebung seiner Anhänger in Caracas. Alle kolumbianischen Diplomaten und Konsularbeamten sollten binnen 24 Stunden das Land verlassen.

Kolumbiens Außenminister Carlos Holmes Trujillo kritisierte die Ankündigung Maduros und bekräftigte, seine Regierung erkenne dessen Gegenspieler Juan Guaido als Präsidenten Venezuelas an. Zum Schutz der kolumbianischen Diplomaten habe er jedoch deren Rückreise nach Kolumbien angeordnet.

Guaido wird sich mit US-Verteidigungsminister Pence treffen

Maduro bezeichnete den selbst ernannten Interimspräsidenten Guaido als "Clown, Hampelmann, Marionette des US-Imperialismus". Maduro erklärte sich zum Sieger in dem Tauziehen um die Hilfsgüter. "Der Staatsstreich (der Opposition) ist gescheitert", sagte er. Nach Ansicht Maduros hat die Hilfsgüteraktion seines Kontrahenten Guaido das Ziel, eine militärische Intervention und den Sturz der Regierung einzuleiten.

Guaido kündigte am Samstagabend (Ortszeit) an, er werde am Montag mit US-Vizepräsident Mike Pence und den Außenministern der sogenannten Lima-Gruppe lateinamerikanischer Staaten in Bogota zusammenkommen, um nächste Schritte zu besprechen.

(APA/dpa)