Rapid besiegt zehn Salzburger mit 2:0

SOCCER - BL, Rapid vs RBS
Rapidler jubeln.GEPA pictures

Mit dem Heimsieg bleibt die Chance für Teilnahme an der Meistergruppe für die Hütteldorfer am Leben. Für die Salzburger ist dies die erste Saisonniederlage.

Rapid Wien unternimmt alles, um in der Fußball-Bundesliga noch auf den sechsten Platz zu klettern. Die Hütteldorfer gewannen am Sonntag im Allianz Stadion 2:0 (0:0) gegen Red Bull Salzburg und fügten dem Serienmeister damit die erste Niederlage in der Saison zu. Mitentscheidend war, dass sich die Gäste durch eine Gelb-Rote Karte für Andre Ramalho kurz nach dem Seitenwechsel dezimierten.

In einer munteren Partie, in der Salzburg auf die Führung drängte, schwächte sich der überlegene Tabellenführer in der 54. Minute selbst. Der Brasilianer Ramalho deutete Schiedsrichter Robert Schörgenhofer einen Vogel und sah dafür Gelb-Rot, nachdem er erst vier Minuten davor die erste Gelbe Karte kassiert hatte. Veton Berisha traf in der 65. Minute per Kopf, Stefan Schwab setzte mit einem Distanzschuss in der 81. Minute den Schlusspunkt.

Schwab wieder im Team

Bei den Rapidlern fehlte der erkrankte Außenverteidiger Marvin Potzmann, für ihn begann Stephan Auer auf der rechten Seite. Im Gegensatz zur 0:4-Niederlage bei Inter Mailand am Donnerstag stand Kapitän Schwab wieder in der Startformation, Thomas Murg saß dagegen auf der Bank. Insgesamt nahm Trainer Dietmar Kühbauer fünf Änderungen im Vergleich zum Europa-League-Spiel vor.

Bei Salzburg fiel Marin Pongracic wegen einer schweren Muskelverletzung aus. Der Verteidiger werde "mehrere Wochen" nicht zur Verfügung stehen, hieß es zumindest vom Club, und wurde von Jerome Onguene ersetzt. Top-Torjäger Munas Dabbur war zu Beginn nur Ersatz.

Der Meister begann das Spiel mit einem Schuss von Takumi Minamino ins Außennetz, Rapid-Goalie Richard Strebinger wäre in der 6. Minute aber wohl zur Stelle gewesen. Der erste Schuss von Rapid aufs gegnerische Tor durch Manuel Martic (10.) fiel eher harmlos aus. Die beste Chance der Heimmannschaft vor der Pause vergab in der 23. Minute Berisha, seine Direktabnahme lenkte Cican Stankovic ins Out. Nur eine Minute später schoss Andrija Pavlovic von innerhalb des Strafraums mitten auf den Salzburg-Torhüter.

Salzburg fehlt der letzte Wille

Auf der Gegenseite scheiterte Stefan Lainer (26.) aus spitzem Winkel an Strebinger, zehn Minuten später rettete der grün-weiße Tormann gegen Patson Daka die Null. Die Gäste übernahmen mehr und mehr das Kommando und hatten über 60 Prozent Ballbesitz. Rapid lauerte auf Fehler der Salzburger im Spielaufbau, um über schnelle Gegenstöße gefährlich zu sein, agierte aber zu unpräzise.

Auch mit einem Mann weniger war Salzburg zunächst spielbestimmend. Doch nach Balleroberung von Mario Sonnleitner und einer Flanke von Boli Bolingoli stand Berisha im Strafraum unbedrängt und ließ sich die Chance per Kopf nicht entgehen. Danach waren hochkarätige Möglichkeiten Mangelware.

Bei Salzburg kam in der 76. Minute der 18-jährige Norweger Erling Haaland zu seinem Bundesliga-Debüt. Doch statt 1:1 hieß es dank Schwab, der den Ball mit links um Albert Vallci herumzirkelte, am Ende 2:0. Die letzten Minuten wirkte auch Rapid-Neuzugang Aliou Badji erstmals mit. "Heute hat uns der letzte Will, der letzte Punch gefehlt", erklärte Stefan Lainer. Die Wiener wahrten die Chance auf die Teilnahme an der Meistergruppe, verkürzten den Rückstand auf den sechsten Platz auf vier Punkte.

Für Rapid war es nach zwölf Bundesliga-Spielen der erste Sieg gegen Salzburg seit dem 1. August 2015. Damals setzten sich die Grün-Weißen in der Red-Bull-Arena mit 2:1 durch. In Wien war der Rekordmeister acht Spiele - seit einem 2:1-Erfolg am 26. April 2014 - gegen die "Bullen" sieglos. Salzburg blieb in der Liga erstmals in dieser Saison ohne Torerfolg.

(APA)