Seit dem Verkaufsstart am 30. Jänner fragen sich auch Private, ob sich der Umstieg auf Windows Vista lohnt.
Nun ist Windows XP offiziell ein Auslaufmodell. Seit Dienstag ist das lang angekündigte Windows Vista auch für Privatanwender verfügbar. Über die neuen Features wurde viel berichtet und – wie üblich – auch gelästert. Apple-Jünger beten reflexartig ihr „Kann Mac schon lange“, und es wird bereits darüber spekuliert, wann Microsoft das erste Service-Pack zusammenschnürt.
Tatsächlich scheint Vista aber ohne gröbere Kinderkrankheiten zur Welt gekommen zu sein. Und auch wenn Kritiker den ganz großen Wurf vermissen, bietet es doch eine Reihe von Neuerungen: Die augenfälligste ist die Benutzeroberfläche Aero mit transparenten Fenstern und Sidebar, die vor allem Usern mit Hang zum Multitasking das Arbeiten erleichtert. Im Inneren des Systems sind etwa die effektive Suchfunktion sowie verbesserte Sicherheits-Features erwähnenswert.
Stellt sich die Frage: „Umsteigen oder nicht umsteigen?“ Und wenn ja, auf welche Version? Schließlich stehen dem privaten Anwender mit Home Basic, Home Premium oder Ultimate gleich drei Editionen zur Auswahl. Auch wenn man sich bei einem Programm mit 50 Millionen Codezeilen und rund 500 Millionen potenziellen Usern etwas schwertut, ein allgemeingültiges Urteil zu fällen, kann man getrost sagen, dass PC-Besitzer, die mit XP zufrieden sind und deren System stabil läuft, mit dem Umstieg ruhig etwas warten können – never change a winning Team.
Multimedia- und Spieleplattform
Für jene, die ihren PC ohnehin neu aufsetzen wollen oder müssen, ist nun eine gute Gelegenheit, dabei gleich zu neuen Ufern aufzubrechen. Vor allem XP-Home-Anwendern, die den PC als Multimedia-Zentrale nutzen wollen, oder Gamern verspricht Vista merkbare Verbesserungen – vorausgesetzt, die alte Hardware ist dafür gerüstet. Zwar sind die Mindestanforderungen mit 800-MHz-Prozessor, 512 MB Arbeitsspeicher und 20-GB-Festplatte recht moderat, um Vista voll zu nutzen bedarf es jedoch deutlich mehr. Rechner, die nicht älter als zwei bis drei Jahre sind, lassen sich sich relativ leicht entsprechend aufrüsten. Meist genügt etwas mehr Hauptspeicher und eine Grafikkarte (für Gamer wichtig: die DirectX-10-Fähigkeit).
Einfach ist die Entscheidung für alle, die sich einen neuen PC zulegen. Schließlich ist Vista das einzige zukunftssichere – sprich in den nächsten paar Jahren gängige – Windows-Betriebssystem.
Vista Basic verzichtet allerdings auf die optischen Effekte von Aero und ist daher ein wenig Vista ohne Vista. Windows XP (plus gutem Virenscanner) tut's im Vergleich auch. Zumindest bis 2008, dann soll der Support für XP eingestellt werden. Spätestens dann heißt es zwangsläufig entweder zu Vista wechseln oder den Kontakt zum Rest der (Windows)Welt verlieren.