Korea-Gipfel
Trump und Kim
Der US-Präsident und Nordkoreas Machthaber beenden ihr zweites Gipfeltreffen ohne Einigung. Die Entfremdung in Bildern.
Schon die Begrüßung war auffällig angespannt: Mit ernsten Mienen begannen Nordkoreas Diktator, Kim Jong-un, und US-Präsident Donald Trump, mit einem zehnsekündigen Handschlag am Mittwoch ihr zweites Gipfeltreffen in der vietnamesischen Hauptstadt Hanoi.
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Dass das Treffen am Donnerstag ein jähes Ende nehmen sollte, hätte wohl im Vorfeld niemand gedacht. Die beiden hatten einander vor ihrem Treffen mit Komplimenten und Schmeicheleien überhäuft. Die „Washington Post“ schrieb gar von „verknallten Teenagern“.
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Am Abend noch gaben sich beide Seiten bei einem gemeinsamen Abendessen bemüht, gute Stimmung zu vermitteln. Dabei sind die Gräben zwischen Washington und Pjöngjang tief: Die USA fordern die komplette nukleare Abrüstung Nordkoreas, das stalinistische Regime will eine Aufhebung der wegen des nordkoreanischen Atom- und Raketenprogramms verhängten Sanktionen und einen Abzug der US-Truppen aus Südkorea.
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Die Vietnamesen waren ob des hochrangigen Besuches jedenfalls begeistert. Den südostasiatischen Staat verbindet einiges mit den USA und Nordkorea: Pjöngjang unterstützte die kommunistische Regierung im Norden Vietnams während des Krieges gegen die USA ideologisch und militärisch. Mit den Wirtschaftsöffnung ab Mitte der 1980er Jahre näherte sich der Einparteienstaat den USA an.
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Zum Auftakt der Gespräche Donnerstagfrüh vermittelten Trump und Kim noch Gesprächsbereitschaft. Ob er grundsätzlich zur atomaren Abrüstung bereit sei, fragte ein Journalist den Diktator. "Wenn ich es nicht wäre, wäre ich nicht hier", antwortet er. Konkrete Schritte würden besprochen. Trump reagierte begeistert: „Das ist eine gute Antwort. Wow. Das muss die beste Antwort sein, die Sie je gehört haben.“
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Ob das Umdenken des 72-Jährigen und des 35-Jährigen bei dem Spaziergang im Garten des Luxushotels Metropole passierte? Der weiße Prachtbau aus der französischen Kolonialzeit war weiträumig und martialisch abgeriegelt wie nie zuvor.
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Als das Weiße Haus zunächst das gemeinsame Mittagessen am Donnerstag und dann auch die Gipfelerklärung absagte, herrschte unter den internationalen Journalisten im Medienzentrum zunächst Verwirrung. Als dann auch noch der Autokonvoi des US-Präsidenten das Metropole verließ, war klar: Zu einer Einigung würde es bei dem zweiten Gipfeltreffen nicht kommen.
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Es wäre nicht angemessen gewesen, ein Abkommen zu unterzeichnen, sagte Donald Trump bei einer Pressekonferenz am Ende des voreilig abgebrochenen Gipfels. "Ich mache es lieber richtig als schnell." Man müsse immer bereit sein, auch aufzustehen und zu gehen.
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Trump begründete das Platzen der Einigung mit der Forderung Nordkoreas, die wegen ihres Atom- und Raketenprogramms verhängten Sanktionen "in ihrer Gesamtheit" aufzuheben. Die US-Seite habe neben der Anlage zur Uran-Anreicherung in Yongbyon auch die Schließung weiterer Atomstätten in Nordkorea verlangt. "Ich denke, er war überrascht, dass wir darüber Bescheid wussten."
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