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Weiterer estnischer Ski-Langläufer gesteht Blutdoping: "Half nichts"

TALLINN 13 01 2018 Estonian championship Men s 15km freestyle In the picture Algo K�rp tl Foto
Algo Kärp(c) imago/Scanpix (TAIRO LUTTER)

Langläufer Algo Kärp belastet in einem Interview seinen Ex-Trainer Alaver und den deutschen Sportarzt Mark S.. Von der Wirkung des Blutdopings zeigt er sich enttäuscht.

Der 33-jährige estnische Ski-Langläufer Algo Kärp hat in einem Interview mit der Tageszeitung Ohtuleht eingestanden, zu dem in Erfurt festgenommenen Sportarzt Mark S. Kontakt gehabt und mit dessen Hilfe Blutdoping betrieben zu haben. Er ist damit der dritte estnische und insgesamt achte Sportler, der in den immer weitere Kreise ziehenden Skandal verwickelt ist.

In dem Interview mit der estnischen Zeitung begründete er seinen Schritt damit, dass er mit sich selbst nicht leben könne, wenn er nicht die Wahrheit berichtete. "Ich bereue zutiefst, dass ich eine so dumme Entscheidung getroffen habe", zitierte das Blatt den 33-Jährigen.

Kärp zeigte sich erstaunt, dass seine Leistungen vor dem Doping besser waren als danach. "Ich kam über Platzierungen um den 20. Platz nicht hinaus (...) und dachte wirklich, ich könnte mithilfe des Doping unter die Top-10 kommen, aber Fakt ist, dass es nichts half". Es ist eine Ironie, dass er seine besten Platzierungen hatte, als er clean war, so Kärp.

Kontakt über Ex-Trainer

Kärp belastet in dem Interview - wie schon sein Teamkollege Karel Tammjärv davor - den früheren estnischen Teamtrainer Mati Alaver. Dieser habe ihn mit dem deutschen Sportarzt Mark S. in Verbindung gebracht. Der Kontakt zu letzterem sei nicht auf seine, Kärps, eigene Initiative erfolgt.

Indes sagte Manager Jörg Werner, der Radstars zu seinen Klienten zählt, in einem Bericht der Zeitung "Neues Deutschland" (Dienstag-Ausgabe), dass die deutschen Radsportler Tony Martin, Marcel Kittel und John Degenkolb sowie die verunglückte Bahnspezialistin Kristina Vogel keine Patienten in der Gemeinschaftspraxis des Erfurter Sportarztes Mark S. gewesen sein sollen.

Er selbst war bei Mark S. in hausärztlicher Betreuung: "Deswegen war ich öfter in der Praxis." Der Mediziner steht im Mittelpunkt der Blutdoping-Ermittlungen in Folge der Nordischen Ski-Weltmeisterschaften in Seefeld. In dem Dopingskandal richtet sich der Fokus verstärkt auf den Radsport. Am Wochenende wurde bekannt, dass der Tiroler Stefan Denifl gedopt haben soll. Der Steirer Georg Preidler teilte am Montag mit, dass er sich selbst angezeigt habe.

 

(APA)