Im Keller: „Gumpoldskirchner ­Tradition 2018" vom Weingut Reinisch

(c) Herbert Lehmann/Weingut Johanneshof Reinisch

Die „Gumpoldskirchner Tradition 2018" kommt ziemlich leichtfüßig daher.

Ein echter Gumpoldskirchner muss es sein, meinen die drei Reinisch-Brüder. Mit ihrer „Gumpoldskirchner Tradition" drücken sie deshalb jedes Jahr ein kleines Eselsohr ins Album der Weingeschichte. Sprich: einen Wein wie aus der guten ­alten Zeit – mit einem Schuss Nostalgie. Unter einem „Gumpoldskirchner" verstand man ja einst einen schweren, molligen, fruchtigen Weißwein mit dem obligaten Zuckerspitz. So was machen die Reinisch-Brüder aber dann doch nicht. „Säure und Süße müssen harmonieren", sagt Johannes Reinisch. Und deshalb kommt die „Gumpoldskirchner Tradition 2018" ziemlich leichtfüßig daher. Schon ein bisschen mollig, aber nicht zu üppig. Schon sehr fruchtig, weil eben eine Cuvée aus Zierfandler und Rotgipfler, aber nicht aufdringlich – sondern feine Nase. „Passt hervorragend zur asiatischen Küche", sagt man heutzutage zu solchen Weinen. Weil Backhenderl oder überbackener Emmentaler wären ja quasi Rieseneselsohren im Album der kulinarischen Geschichte.

Weingut Reinisch, „Gumpoldskirchner ­Tradition 2018", 8,20 Euro ab Hof, www.j-r.at