Ist das Museum reif für den Frauentag?

Am Internationalen Frauentag, Freitag 8. März, werben Museen mit Spezialführungen für Frauen. Im Belvedere gar mit gratis Eintritt. Eine Auswahl.

Dieser Frauentag ist ein Ausbund an Ambivalenz - ins Museum damit oder eben nicht, wenn aber ja, in welches?

Diese Wahlqual haben weibliche Mitmenschen heute tatsächlich, buhlen doch ausserordentlich viele Museen um ihren Besuch heute, nicht zuletzt als Marketingtool zur Besuchersteigerung.

Das Belvedere etwa bietet den ganzen Tag freien Eintritt für Frauen, was wirklich zu empfehlen ist und auch logisch, zeigt man hier doch mit der historischen Schau "Stadt der Frauen" einen Meilenstein feministischer Ausstellungsgeschichte in Österreich. Die vier Sonderführungen sind zwar schon ausgebucht, aber man findet sich durchaus auch alleine zu recht. 

Im Leopold Museum zahlen die Frauen heute nur 50 Prozent, um 1630 wird eine Spezialführung zu den Frauen im Wien um 1900 angeboten (Anmeldung an der Kassa ab einer Stunde vor Beginn möglich).

Im Kunsthistorischen Museum gibts gar nichts gratis, frau darf vielmehr spenden, um andere Frauen zu stärken. In einer Kooperation mit "Care" gibt es den ganzen Tag über allgemeine Führungen durch die Sammlungen um 5 Euro (11UHr, 12.30, 14 und 15 Uhr). Ein wenige einfallslos. 

Eine gratis Themenführung - "Feministisch betrachtet" - gibt es am Freitag um 16 Uhr auch im Mumok.

Im Technischen Museum gastiert immerhin das feministische RRRIOT Festival, in dessen Rahmen es Führungen etc. gibt.

Die zwei mit Eintrittsticket gratis Frauentag-Spezialführungen in der Albertina machen wieder einmal darauf aufmerksam, was die feminstische Kunstkritik wie eine Leier rauf und runter betet, hier im immer währenden Zitat der New Yorker Aktivistinnen-Gruppe "Guerilla-Girls": "Müssen Frauen nackt sein, um ins Metropolitan Museum zu kommen?" Was meint: Frauen auf Bildern gerne, vor allem nackt. Frauen, die Bilder selber Malen, eher nein. Das trifft jedenfalls auch auf die in der Albertina gerade ausgestellten Fürstlichen Sammlungen Liechtenstein zu, durch die man sich um 17 Uhr und 18.30 mit besonderem Fokus auf die Frau im Bild führen lassen kann - von der Venus vor dem Spiegel, dem Tod der Kleopatra bis zum Biedermeier-Stubenmädchen, na bravo.

Am Ende so eines musealen Frauentags ist man dann doch wieder in der Realität angekommen.