Meerjungfrauensuperheldin

Auch Stofftiere feiern den Fasching.
Auch Stofftiere feiern den Fasching.APA/AFP/CLEMENT MAHOUDEAU

Sind Sie gedanklich schon in der Fastenzeit angekommen? Ich hänge dem Fasching noch ein wenig nach, er ist bei uns zu Hause mit einer großen Party zu Ende gegangen.

Die Gäste wurden anders als sonst zwar nicht um 18.30 Uhr von ihren Eltern abgeholt, dafür haben sie aber so gut wie keinen Lärm verursacht und die Wohnung nicht wesentlich verwüstet: Wir haben nämlich eine Faschingsparty mit einem Dutzend Stofftieren gefeiert. Verkleideten Stofftieren, natürlich.

Ein bisschen war dieser Nachmittag wie eine Reise in die Zeit, als das Kind drei, vier Jahre alt war und wir mehrmals die Woche den Geburtstag des einen oder anderen Stofftiers begangen haben. Immer mit gedecktem Tisch, Saft, Snacks, Luftschlangen, das volle Programm. Wie damals war auch die Faschingsfeier akribisch geplant. Seit Wochen lagen die vom Kind aus Stoffresten, Babygewand und allerlei Accessoires hergestellten Kostüme bereit. Schweinchen Oinki etwa ging – mit einem schimmernden Umhang in Fischschuppen-Optik – als „Meerjungfrauensuperheldin“. Der Löwe bekam Haargummis als Schweißbänder um die Pfoten geklemmt und ein Stirnband um die Mähne, womit er als Sportler verkleidet war. Die stets übel gelaunte English Cat verbarg ihren Grant hinter einer venezianischen Maske, die zwar für etwa fünf Mal so große Köpfe gedacht ist, ihr aber trotzdem formidabel stand. Katze Emma trug den rosa Pyjama, den sie immer trägt, und hatte einen kleinen Fotoapparat in der Hand, sie ging, eine Hommage an mich, als Journalistin. (For the record, ich trage weder im noch außerhalb des Dienstes übertrieben oft rosa Pyjamas. Oder Fotoapparate.)

Nach Partyspielen wie dem Stoppspiel, bei dem alle tanzen und, sobald die Musik aufhört, unbeweglich erstarren, setzten bei mir wie sonst auf den Kinderpartys massive Ermüdungserscheinungen ein, weshalb ich die Partypartie mit einer Schüssel Popcorn vor dem Fernseher parkte. Mein Lieblingsgast war übrigens der Affe, der schlicht „als Affe“ kam. Ich mache das seit Jahren so: Am Faschingsdienstag gehe ich konsequent als Mensch. In diesem Sinne: Kommen Sie gut durch die Fastenzeit.

E-Mails an: mirjam.marits@diepresse.com

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