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Venezuela: Land der Verzweifelten

Eine Straßenszene in Caracas, Venezuela. Inmitten der politischen Krise hatte ein gigantischer Stromausfall am Freitag die Hauptstadt und weite Teile des Landes lahmgelegt.
Eine Straßenszene in Caracas, Venezuela. Inmitten der politischen Krise hatte ein gigantischer Stromausfall am Freitag die Hauptstadt und weite Teile des Landes lahmgelegt.(c) APA/AFP/MATIAS DELACROIX (MATIAS DELACROIX)
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Nach Jahren der Krise ist das Leben in Venezuela zum Überlebenskampf geworden. Hunger, Angst und Entbehrung prägen den Alltag vieler Menschen. Es könnte noch schlimmer kommen. Ein Lokalaugenschein.

Es geht alles sehr schnell: eine silbergraue Geländelimousine fährt am Eingang des Colegio de Ingenieros vor, die linke Hintertür geht auf und Juan Guaidó steigt aus dem Wagen. Der selbsternannte Interimspräsident Venezuelas lacht in die Menschentraube aus Anhängern, Reportern, Kameramännern und Fotografen. Die Mittagssonne brennt. Es ist ruhig in Santa Rosa. Nur eine Autoalarmanlage stört. Keine Polizei weit und breit. „Bienvenido Presidente!“ Kameras klicken. Jubelrufe. Eine grauhaarige Dame mit Kunstblumen im Haar umarmt Guaidó und drückt ihm einen Kuss auf die Wange. Diese Volksnähe ist selbst für Südamerikaner außergewöhnlich.