Poetisch und politisch: Autor Bernard Dadié 103-jährig gestorben

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Bernard Dadié wird als "Vater der Literatur der Elfenbeinküste" bezeichnet und war Unabhängigkeitskämpfer und Kulturminister.

Der Autor Bernard Binlin Dadié, "Vater der Literatur der Elfenbeinküste", ist am Samstag im Alter von 103 Jahren gestorben. "Die Elfenbeinküste hat ihren größten Schriftsteller verloren", gab Kulturminister Maurice Bandaman gegenüber der Nachrichtenagentur AFP bekannt. Sein Werk gilt als gleichermaßen poetisch wie politisch engagiert.

Dadié, 1916 in Assinie geboren, hat ein großes Werk geschaffen, das zahlreiche Genres umfasst: Lyrik, Roman, Chronik, traditionelle Märchen und Theater. Als Unabhängigkeitskämpfer war er 1949/50 ein Jahr in Haft, nach Erlangung der Unabhängigkeit von Frankreich 1960 war er 1977-86 Kulturminister des Landes.

"Für mich ist Schreiben das Verlangen, die Dunkelheit abzuwenden, das Verlangen, jedem die Fenster zur Welt zu öffnen", erklärte er 2016 bei der Entgegennahme des Jaime Torres Bodet Preises der Unesco. Er wurde auch zweimal - für "Patron de New York" (1965) und "La ville où nul ne meurt" (1968) - mit dem Grand Prix littéraire de l'Afrique noire ausgezeichnet.

Erstmals an die Öffentlichkeit trat Dadié 1934 mit seinem satirischen Theaterstück "Les Villes". Seine Gedichtsammlung "Afrique debout !" (1950) und sein autobiografischer Roman "Climbié" (1952) festigten seinen Ruf als politisch engagierter Literat. Auch sein Roman "Les jambes du fils de Dieu" (1980) hatte großen Erfolg. Bernard Dadié, dessen Werk in einem Atemzug mit Léopold Sédar Senghor und Aimé Césaire genannt wird, arbeitete auch als Journalist.