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Das Parlament, die Baustelle der Republik

Die Sanierung des Parlaments schreitet voran.
Die Sanierung des Parlaments schreitet voran.(c) Clemens Fabry
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Die Sanierung schreitet voran, mit „Abwurfpaketen“ soll der Kostenrahmen halten.

Wien. Ein Baucontainer auf dem anderen. Dazwischen ragt ein orangefarbener Kran mächtig in die Höhe, während der Verkehr am nahen Ring vorbeirauscht. Es ist die prestigeträchtigste, aber auch heikelste Baustelle der Republik – die Sanierung des Parlamentsgebäudes am Wiener Ring, die bis zum Sommer 2021 abgeschlossen werden soll. Und an diesem Montag gibt die zuständige Bundesimmomiliengesellschaft einen Einblick in den Stand der Sanierung, die bisher nicht unter einem glücklichen Stern gestanden ist – da es bereits eine Bauverzögerung sowie eine Kostenexplosion gab, weshalb das Projekt abgespeckt wurde, um den gesetzlich vorgegebenen Kostenrahmen von 352 Mio. Euro halten zu können.

Wie ist der derzeitige Stand? Was passiert in den nächsten vier Wochen? Nach umfangreichen Abbrucharbeiten hat im Bereich des Nationalratssitzungssaals der Wiederaufbau begonnen. Derzeit werden der Boden des neuen Ausschusslokals („Lokal 1“) unter dem Saal und das Dach über der Technikzentrale Süd errichtet. „Derzeit sind die Arbeiten im Zeitplan“, erklärt Markus Hafner vom Generalplaner, Jabornegg & Pálffy und Axis Ingenieurleistungen ZT GmbH, der „Presse“.

Um das geplante neue Besucherzentrum unter der Säulenhalle zu errichten, müssen Zwischenwände und Einbauten entfernt werden. Aktuell laufen statische Vorbereitungsarbeiten für diesen baulich massiven Eingriff in die Struktur des Parlamentsgebäudes. Für das Besucherzentrum muss auch die Decke mit tonnenschweren Stahlträgern verstärkt werden.

Gleichzeitig wird das Dach saniert. Dazu werden die Böden im Dachboden in den nächsten Wochen abgedichtet. Erst dann kann begonnen werden, das Außendach stückweise abzutragen.

Im April läuft parallel zu den Bauarbeiten die Restaurierung der Oberflächen an. Für diese Arbeiten, die im ersten Obergeschoß, im Bundesversammlungssaal und in den Büros starten, sind eineinhalb Jahre veranschlagt. Dazu werden seit dem Sommer 740 Fenster und 500 Türen restauriert bzw. mit Thermoglas auf den neuesten Stand gebracht.

Zu hören ist, dass das Projekt (derzeit) im Kostenrahmen läuft, der gesetzlich vorgeschrieben ist und nicht überzogen werden darf. Für den Fall, dass doch etwas schiefgehen sollte, wurde vorgesorgt. Nach „Presse“-Informationen gibt es sogenannte Abwurfpakete. Also Teile des Projekts, die aus Kostengründen gestrichen oder erst später realisiert werden können, ohne dass die grundsätzliche Sanierung ins Stocken gerät.

Weitere Bilder finden Sie unter www.diepresse.com/parlament

("Die Presse", Print-Ausgabe, 12.03.2019)