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Außenpolitik

AKK: Wie die vielleicht bald mächtigste Frau Europas die CDU erobert

Ihre Partei brachte Kramp-Karrenbauer mit ihren Gesten in Rekordzeit auf Linie.
Ihre Partei brachte Kramp-Karrenbauer mit ihren Gesten in Rekordzeit auf Linie.REUTERS
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Kramp-Karrenbauer hat in Rekordzeit die Gunst ihrer internen Kritiker gewonnen. Friedrich Merz scheint vergessen.

Berlin.  Kein Zaudern, kein Zögern. Mit einem einzigen Satz hat die neue CDU-Chefin, Annegret Kramp-Karrenbauer (AKK), zentrale Vorschläge von Emmanuel Macron rundheraus abgelehnt: „Europäischer Zentralismus, europäischer Etatismus, die Vergemeinschaftung von Schulden, eine Europäisierung der Sozialsysteme und des Mindestlohns wären der falsche Weg.“ Punkt.

Angela Merkel mag das ähnlich sehen. Aber sie hätte es wohl nie so offen gesagt. Merkel ist Kanzlerin. Sie muss auf den Koalitionspartner SPD Rücksicht nehmen. Auf das Verhältnis zu Paris. Vor allem aber zählt es nicht zu Merkels Stil, sich ohne Not öffentlich festzulegen – das könnte ja den Verhandlungsspielraum einschränken.

AKK ist nicht Kanzlerin. Zumindest noch nicht. Aber sie ist auch nicht die „Mini-Merkel“, als die sie anfangs porträtiert wurde.

Das zeigt auch die Episode um ihren billigen Kalauer im Karneval auf Kosten intersexueller Menschen. Merkel hätte den Witz wohl weder gemacht noch danach dessen Kritiker attackiert. Als sich das politische Berlin jedoch auf eine Entschuldigung von AKK einstellte, nannte die Saarländerin die Deutschen stattdessen das „verkrampfteste Volk“ der Welt. „Das war befreiend“, sagt einer aus der CDU, der ganz sicher nicht zum AKK-Lager zählt.