EU-Parlament besorgt über Risiken durch 5G-Technologie aus China

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Nun zeigt sich auch das EU-Parlament besorgt und warnt vor möglichen Gefahren.

Das EU-Parlament warnt vor möglichen Gefahren durch chinesische Technologie beim Aufbau des schnellen Mobilfunkstandards 5G. Man sei besorgt über potenzielle "schwerwiegende Anfälligkeiten" in der 5G-Ausrüstung von Herstellern aus China, heißt es in einer Resolution, die die Abgeordneten am Dienstag in Straßburg verabschiedeten.

Die Technik könne Hintertürchen bergen, über die sich Hersteller und Behörden Zugang zu persönlichen Daten verschaffen könnten.

Besonders gegen den Hersteller Huawei gibt es derzeit Vorwürfe, er stehe der chinesischen Regierung zu nahe und könne von Behörden des Landes zur Zusammenarbeit gezwungen werden. Huawei weist die Anschuldigungen zurück. Zuletzt hatten die USA der deutschen Regierung mit einer Einschränkung beim Austausch vonGeheimdienstinformationen gedroht, falls Deutschland chinesische Firmen am Ausbau des schnellen 5G-Mobilfunknetzes beteiligt.

US-Präsident Donald Trump hat den internationalen Ausschluss Huaweis auf der Agenda. Auch wenn seit Jahren die Vorwürfe gegen den chinesischen Hersteller bestehen, konnte dem Unternehmen noch nie etwas nachgewiesen werden. Währenddessen ist dokumentiert, dass die US-Sicherheitsbehörden Hardware von Netzwerkausrüster Cisco abgefangen und mit Spionagesoftware versehen haben.

Keine explizite Erwähnung Huaweis

Huawei wird in dem rechtlich nicht bindenden Text des EU-Parlaments ausdrücklich erwähnt - mit dem Hinweis, dass tschechische Behörden den Hersteller wegen möglicher Sicherheitsrisiken von einer Ausschreibung ausgeschlossen hätten. Die Kommission und die Mitgliedstaaten sollten möglichen Risiken vorbeugen, indem sie auf verschiedene Hersteller zurückgriffen und die Abhängigkeit Europas von ausländischer Cyber-Technologie verringerten, fordern die Abgeordneten.

Sie stimmten am Dienstag außerdem mit großer Mehrheit für die Einführung eines neuen europaweiten Sicherheitszertifikats für Cyber-Produkte und -Dienstleistungen. Verbraucher sollen damit etwa besser darüber informiert werden, wie sicher Produkte im "Internet der Dinge" sind, bei dem immer mehr Geräte mit dem Internet und miteinander verbunden werden. Unterhändler des Parlaments und der Mitgliedstaaten hatten sich im Dezember auf einen entsprechenden Kompromiss geeinigt.

(APA/DPA)

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