Apples AirPods sollen krebserregend sein

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Der Biochemiker Jerry Philips von der Universität Colorado warnt vor gesundheitlichen Folgen durch Bluetooth-Kopfhörer.

Sie sind kabellos, verbinden sich mit dem Smartphone über Bluetooth und sind bei jungen Nutzern sehr beliebt. Die Apple AirPods wurden zwar aufgrund ihres Designs zu Beginn verspottet. Mittlerweile sind sie eines der erfolgreichsten Produkte in Apples Sortiment. Der Beliebtheit könnte nun der US-Wissenschafter Jerry Philips einen Dämpfer verpassen. Er warnt vor den gesundheitlichen Schäden, die durch die hochfrequent drahtlos funkenden Stöpsel entstehen könnten.

"Meine Sorge bei AirPods ist, dass durch ihre Platzierung im Gehörgang das Gewebe im Kopf einer relativ hohen Strahlung durch Funkfrequenzen ausgesetzt ist", erklärt der Biochemiker der Universität Colorado gegenüber der Webseite Medium. Dabei warnt er nicht nur vor dem Apple-Produkt, sondern vor allen Bluetooth-Kopfhörern.

Es gibt laut Philips "potenzielle Bedenken hinsichtlich der menschlichen Gesundheit und Entwicklung durch alle Technologien hin, die mit Funkfrequenzen arbeiten". Zwar konnte in Studien an Tieren nicht bewiesen werden, dass die Strahlung Krebs verursachen. Dennoch sei festzustellen gewesen, dass die Tiere nachdem sie der Strahlung ausgesetzt waren, anfälliger für neurologische, fortpflanzungsbedingte und genetische Schäden waren, als zuvor. Somit ist für den Wissenschafter eine Korrelation zwischen Strahlung und Krebserkrankungen nicht von der Hand zu weisen.

Meine Sorge bei AirPods ist, dass durch ihre Platzierung im Gehörgang das Gewebe im Kopf einer relativ hohen Strahlung durch Funkfrequenzen ausgesetzt ist

Jerry Philips

Bedenken hinsichtlich des Einflusses von Strahlung auf den menschlichen Körper ist nicht neu. Wissenschafter und Ärzte weltweit haben Petitionen verfasst und fordern regelmäßig die Weltgesundheitsorganisation WHO zu strengeren Richtlinien auf. „Basierend auf den von Experten begutachteten Publikationen sind wir im Hinblick auf die allgegenwärtige und stetig zunehmende Exposition gegenüber EMF, die von Elektroanlagen und Funkgeräten ausgeht, in großer Besorgnis“, schreiben die Wissenschaftler.

Besonders vor dem bevorstehenden 5G-Ausbau warnen Wissenschafter und Ärzte seit Jahren. Hier wird vor allem die abgegebene Strahlung von Smartphones als bedenklich eingestuft. „Basierend auf den von Experten begutachteten Publikationen sind wir im Hinblick auf die allgegenwärtige und stetig zunehmende Exposition gegenüber EMF, die von Elektroanlagen und Funkgeräten ausgeht, in großer Besorgnis“, heißt es in der Petition.

Widersprüchliche Vorsichtsmaßnahmen

Eben in dieser Petition heißt es aber auch, dass es vermieden werden soll. Das Smartphone zum Telefonieren ständig an den Kopf zu halten. Alternativ sollen Bluetooth-Freisprecheinrichtungen verwendet werden.

Die Spezifische Absorptionsrate beschreibt, wieviel Strahlungsleistung im menschlichen Körper aufgenommen wird. Sie ist auch Grundlage zur Beurteilung, ob Strahlung ein Gesundheitsrisiko ist. Die vom Bundesamt für Strahlenschutz ausgegebenen Höchstwerte betragen 0,08 Watt pro Kilogramm - gemittelt über den gesamten Körper oder zwei Watt pro Kilogramm - lokal über Körperteilbereiche.

Die meisten Bluetooth-Kopfhörer strahlen in der Klasse 2 oder Klasse 3. Damit beträgt die Sendeleistung zwischen einem und 2,5 Milliwatt bei einer Reichweite von bis zu zehn Metern. Die damit aufkommenden SAR-Werte liegen damit weit unter den von der Strahlenschutzbehörde vorgegebenen Maximalwerten. Die AirPods weisen einen SAR-Wert von 0,446 Watt pro Kilogramm auf.

>>> Medium

>>> Strahlenschutzbehörde

>>> Internationaler Appell von EMFscientist.org