UBS legt mehr Geld zurück

UBS wappnet sich gegen hohe Strafe.
UBS wappnet sich gegen hohe Strafe.(c) APA/AFP/FABRICE COFFRINI (FABRICE COFFRINI)

Die Milliardenstrafe wegen Geldwäsche in Frankreich schmälerte den Gewinn der Großbank. Die Anleger sind vorsichtig.

Zürich. Nicht nur die Deutsche Bank wird von milliardenschweren Rechtsstreitigkeiten belastet. Die Schweizer Großbank UBS wappnet sich nach der in erster Instanz verhängten Rekordbuße im Steuerverfahren in Frankreich für eine mögliche Strafzahlung. Sie stellte für den Fall nun 450 Mio. Euro zurück, wie aus dem am Freitag veröffentlichten Geschäftsbericht hervorgeht. Das entspricht einem Zehntel der von einem Gericht in Paris Ende Februar verhängten Buße von 4,5 Mrd. Euro.

Die Bank hat gegen das Urteil Berufung eingelegt und erwartet eine jahrelange Auseinandersetzung. Dem Institut und einigen seiner Mitarbeiter wird vorgeworfen, reichen Franzosen zwischen 2004 und 2012 geholfen zu haben, ihr Geld vor dem französischen Fiskus in der Schweiz zu verstecken.

Die UBS beteuert indes weiter ihre Unschuld und betont, die Vorsorgen spiegelten die bestmögliche Einschätzung der Bank zu den erwarteten finanziellen Folgen des Rechtsstreits wider. Sollte das Urteil, wie von der UBS gefordert, aufgehoben werden, würden die Vorsorgen wieder aufgelöst.

Die Erhöhung der Rückstellungen schmälerte nachträglich den für 2018 ausgewiesenen Gewinn, er liegt nun bei 4,5 statt der bislang bekannten 4,9 Mrd. Dollar. 2017 hatte er wegen eines Sondereffekts lediglich 970 Mio. Dollar betragen. Die harte Kernkapitalquote sank auf 12,9 statt der zuvor angegebenen 13,1 Prozent. Die UBS peilt einen Wert von rund 13 Prozent an.

 

Salär von Bankchef bleibt hoch

Auf die Entlohnung von Bankchef Sergio Ermotti hatten die Milliardenbuße und der Gewinnrückgang keine großen Auswirkungen. Er erhielt für 2018 ein Gehalt und Boni von 14,1 Mio. Franken (12,4 Mio. Euro) – nach 14,2 Mio. Franken im Jahr davor. Damit ist Ermotti weiterhin einer der bestverdienenden Manager in Europa. Dagegen nehmen sich die Einkommen der Topverdiener im deutschen Leitindex DAX direkt bescheiden aus: Allianz-Chef Oliver Bäte kassierte etwas mehr als zehn Mio. Euro und SAP-Vorstandschef Bill McDermott rund 9,8 Mio. Euro.

In der Schweiz sind die Managergehälter vergleichsweise hoch: Der Boss des Pharmakonzerns Roche, Severin Schwan, etwa kam im Vorjahr auf 11,8 Mio. Franken. Bewertet man Aktien, die Schwan im Zuge seiner aufgeschobenen Vergütung bekommt, zum aktuellen Marktpreis, beträgt sein Salär sogar 15,1 Mio. Franken – und damit mehr als jenes von Ermotti. Roche erwirtschaftete im vergangenen Jahr jedoch auch einen Gewinn von 10,9 Mrd. Franken – mehr als doppelt so viel wie die UBS.

Die Anleger gaben sich vorsichtig: An der Börse sank die UBS-Aktie am Freitag um knapp zwei Prozent. Das könnte auch an dem schwierigen Start der Großbank ins neue Jahr liegen. „Trotz einer Erholung der Aktienmärkte sind die Kunden bisher im ersten Quartal vorsichtig geblieben“, heißt es dazu auch im Geschäftsbericht. Daher werde es schwieriger für die Bank, ihre Ziele zu erreichen. (Reuters)

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