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„Beitrag zur Geschichte der Freude“: Überleben durch Sex

Körperbetonte Darstellungsform. Radka Denemarková.
Körperbetonte Darstellungsform. Radka Denemarková.(c) Mirco Toniolo / AGF / picturedes (Mirco Toniolo)
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Was wie ein Krimi beginnt, stellt sich schon bald als gesellschaftskritischer Roman heraus: Radka Denemarkovás „Beitrag zur Geschichte der Freude“ nimmt in einem virtuosen Erzählakt die asymmetrische Beziehung der Geschlechter unter die Lupe.

Delhi, 2012: Eine junge Frau wird auf dem Nachhauseweg von einem Kinobesuch in einem Bus von sechs Männern vergewaltigt und gefoltert. Nur mit Mühe ist der Vater zu einem öffentlichen Aufruf gegen Gewalt zu bringen. Prag, 2012: In einer Luxusvilla am Stadtrand wird ein reicher, erfolgreicher Mann im besten Alter erhängt aufgefunden. Doch weder die Witwe noch der ermittelnde Polizist glaubt an Selbstmord. England, 2012: Drei aus Prag angereiste Freundinnen älteren Semesters halten sich gemeinsam in einer englischen Stadt auf – die Prager Schriftstellerin Birgit Stadtherrová, um kreatives Schreiben zu unterrichten, die Amerikanerin Diana Adler, um einen Yogakurs zu leiten, und die deutsche Dokumentarfilmerin Erika Eis, um zu recherchieren. Delhi, Prag, England, eine Gruppenvergewaltigung, ein Mordverdacht und die Betätigungen dreier wohlsituierter älterer Damen – das sind die drei Orte und Handlungsstränge, die Radka Denemarková zu Beginn ihres Romans „Ein Beitrag zur Geschichte der Freude“ (im Original 2014 erschienen) aufspannt und in einem ungemein virtuosen Erzählakt zusammenführt.