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Frau in Kärnten an Malaria gestorben: Infizierte Blutkonserve?

Blutspendenbereitschaft in Sachsen konstant
APA/dpa/Christian Charisius
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Die 86 Jahre alte Kärntnerin soll in Klagenfurt bei einer Hüftoperation eine mit Malaria infizierte Blutkonserve erhalten haben. Eine Probe des Spenderbluts wird nun untersucht.

Es war eigentlich nur eine Routineoperation, der sich eine Frau in Klagenfurt im Elisabethinenkrankenhaus unterzog. Die Operation an der Hüfte dürfte ihr aber das Leben gekostet haben. Wie die "Kleine Zeitung" berichtete, soll die Patientin eine verunreinigte Blutkonserve erhalten haben: Nachdem sie aus dem Krankenhaus entlassen wurde, erkrankte die Frau an Malaria und verstarb trotz einer sofortigen Behandlung. Laut dem Zeitungsbericht war die Anzahl der gefundenen Malaria-Erreger um ein Vielfaches höher als bei einer Ansteckung durch die Malariamücke. Nun wird wegen fahrlässiger Tötung unter besonders gefährlichen Verhältnissen ermittelt.

Derzeit warte man auf die Ergebnisse der Obduktion, sagte Christian Pirker, Sprecher der Staatsanwaltschaft Klagenfurt. Ob die Blutkonserve wirklich schuld an der Infektion ist, wird nun in Deutschland in einem Speziallabor getestet. Noch stehe nicht fest, dass die Blutkonserve wirklich Auslöser der Erkrankung war. Ergebnisse werde es aber nicht vor Freitag geben. Das Spital äußerte sich zu der Causa nicht und verwies auf die Schweigepflicht.

Spenderblut werde nicht automatisch auf Malaria getestet, erklärte Rotkreuz-Sprecherin Melanie Reiter. "Wir testen die Blutspenden auf alle möglichen Dinge, sogar auf das West-Nil-Virus", aber Malaria ist derzeit nicht dabei", sagt Reiter. Man sei in diesem Fall auf die Ehrlichkeit der Blutspender angewiesen. Wer in Österreich Blut spenden will, muss zuvor einen Fragebogen ausfüllen. Abgefragt werden auch Auslandsaufenthalte. War jemand in Malaria-Gebieten, darf die Person erst nach sechs Monaten Blut spenden.

82 Fälle in Österreich

Malaria - auch Tropenfieber oder Sumpffieber genannt - ist eine Fiebererkrankung, die von einzelligen Parasiten ausgelöst und von Stechmücken übertragen wird. Auch eine Mensch-zu-Mensch-Ansteckung ist möglich, etwa durch Bluttransfusionen.

Malaria hat verschiedene Formen und zählt zu den gefährlichsten Tropenkrankheiten. Es gibt zwar vorbeugende Medikamente, aber keinen hundertprozentigen Schutz. Impfstoff gibt es keinen, die Behandlung Erkrankter sollte möglichst früh beginnen. Wird die Krankheit im Frühstadium - bevor es zu Organschäden gekommen ist - behandelt, erholt sich der Patient wieder zu 100 Prozent. 

Laut WHO sind im Jahr 2016 weltweit geschätzte 216 Millionen Fälle von Malaria aufgetreten, mit 445.000 Todesfällen, beide Zahlen sind jedoch rückläufig. In Österreich sind im Jahr 2016 laut Statistik Austria 82 Fälle von Malaria in Österreich gemeldet worden. Dabei handelte es sich vorwiegend um Personen, die sich in anderen Ländern infiziert haben.

(red.)