Strache: Strache: "Ich war nie ein Neo-Nazi"

Grundsatzerklärung. Rechtfertigung und Rundumschlag des FPÖ-Obmanns.

Wien. Draußen tobte Sturmtief "Olli", drinnen Heinz-Christian Strache: "Eine dumpfe Diffamierungsmaschinerie einiger Medien" sei gegen ihn im Gange. Im "Stürmer-Stil" werde da agiert. Seine Familie werde gestalkt, seiner Ex-Frau würden bis zu 40.000 Euro geboten, wenn sie öffentlich Schmutzwäsche wasche.

"Ich war nie ein Neo-Nazi und werde nie einer sein", stellte Strache klar. Neonazis hätten in der FPÖ auch nichts verloren. "Aber ich werde nicht zulassen, dass das nationale Lager und Burschenschaften kriminalisiert werden."

Fast eine Stunde lang sprach Strache Montagvormittag im freiheitlichen Rathausklub, mehrfach wiederholte er sich. "Ich distanziere mich nicht von meiner Jugend, aber vom Nationalsozialismus - das habe ich auch immer getan", befand der FPÖ-Chef. Seine politischen Jugend-Aktivitäten erklärte er so: Er sei damals überzeugter Anti-Kommunist gewesen, sei unter dem Eindruck der Attentate der RAF gestanden, "ich hatte eine Wehrbereitschaft in mir" und er sei in die Frau Tochter von Ex-NDP-Chef Norbert Burger verliebt gewesen. Mit diesem habe es aber auch "viele Auseinandersetzungen" gegeben.

"Ich habe meinen Weg gesucht - und ich habe ihn auch gefunden." Er, Strache, habe stets eine absolut demokratische Grundgesinnung gehabt. "Ich war nie Mitglied der VAPO, der NDP, ich war nie bei Honsik." Sein Weltbild fuße auf der Revolution von 1848, als Burschenschafter, die "Eckpfeiler der Demokratie" seien, für die Meinungsfreiheit gekämpft hätten.

Man wolle ihn "wegputschen", mutmaßte Strache. Ein Interesse daran könnte etwa die Volkspartei haben. "Die ÖVP hat nach der Wahl versucht, mich in eine Koalition zu holen", berichtete er. Doch er habe widerstanden.

Strache abschließend: "Ich war ein junger Mensch, ein wilder Hund, von soldatischen Tugenden fasziniert. Ich habe aber niemandem Schaden zugefügt, war nie mit dem Gesetz in Konflikt und habe meine Rolle gefunden - als Mitte-rechts-Politiker."


Dieser Browser wird nicht mehr unterstützt
Bitte wechseln Sie zu einem unterstützten Browser wie Chrome, Firefox, Safari oder Edge.