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Jared Kushner und Ivanka Trump sollen private Mail-Accounts und Whatsapp für offizielle Angelegenheiten genutzt haben

Ivanka Trump and her husband walk along the South Lawn of the White House as they accompanied U.S. President Donald Trump before his departure to New York
Ivanka Trump und Jared Kushner sollen mit Privataccounts gegen Kommunikationsauflagen verstoßen haben.REUTERS
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Die Tochter und der Schwiegersohn des US-Präsidenten sollen gegen Auflagen des Weißen Hauses verstoßen haben. Demokratische Abgeordnete weisen auf die Ironie hin: Hat doch Trump ähnliche Vergehen von Hillary Clinton zum Wahlkampfthema gemacht.

Donald Trumps Berater und Schwiegersohn, Jared Kushner, soll den Nachrichtendienst Whatsapp für offizielle Angelegenheiten - darunter für die Kommunikation mit Kontakten im Ausland - genutzt haben. Das schreibt der demokratische Kongressabgeordnete Elijah Cummings, der auch Vorsitzender des Kontrollausschusses des Repräsentantenhauses ist, in einem Brief ans Weiße Haus.

Dass Kushner auch einen privaten E-Mail-Account für die berufliche Kommunikation genutzt haben soll, war bereits bekannt geworden. Im Brief, der am Donnerstag versendet wurde, schreibt Cummings von neuen Informationen, die "zusätzliche Sicherheitsbedenken wecken": Kushners Anwalt Abbe Lowell habe dem Kontrollausschusses auf Anfrage bestätigt, dass Kushner anstelle der speziellen, gesicherten Kommunikationsmittel der US-Regierung Whatsapp nutzt - nachdem etwa CNN berichtet hatte, dass Kushner auch mit dem saudischen Kronprinz Mohammed bin Salman per Whatsapp kommuniziert hätte. Ob Kushner auch sensible Informationen versendet hat, konnte Lowell nicht bestätigen.

Screenshots weitergeleitet

Um seine Korrespondenzen zu dokumentieren, habe Kushner Screenshots der Whatsapp-Unterhaltungen an seine eigene, offizielle E-Mail-Adresse geschickt.

Auch Donald Trumps Tochter Ivanka Trump erhalte weiterhin Nachrichten, die ihre offizielle Funktion betreffen, auf ihrem privaten E-Mail-Account und leite diese nicht vollständig an ihre offizielle Adresse weiter, wie es die Vorschriften verlangen, heißt es in Cummings' Brief. Anwalt Abbe Lowell hat dem inzwischen widersprochen: Mittlerweile leite Trump offizielle E-Mails immer weiter.

In dem Brief fordert Cummings das Weiße Haus auf, Informationen und Dokumente zu übermitteln, die dabei helfen sollen, Verstöße von Donald Trumps Beratern aufzudecken. Seit März ermittelt der Kontrollausschusses zum Einsatz privater Accounts, das Weiße Haus habe sich aber geweigert, "ein einziges Stück Papier" bereitzustellen.

"Das ist viel schlimmer"

Demokratische Abgeordnete und die ehemalige Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton wiesen auf Twitter auf die Ironie der Angelegenheit hin: Hat doch Trump während seines Wahlkampfes mehrfach ähnliche Vergehen von Clinton, die als US-Außenministerin rund 30.000 dienstliche E-Mails über ein privates E-Mail-Konto verschickt hat, zum Thema gemacht. Der Präsident habe "seine gesamte Kampagne auf Vorwürfen aufgebaut, dass Clinton einen privaten Server nutzte, und hier haben wir etwas, das viel schlimmer ist", sagte der Abgeordnete Ro Khanna auf CNN.

Auch Steve Bannon nutzte private Mails

Laut dem Brief haben auch weitere Mitarbeiter des Weißen Hauses private Accounts für offizielle Angelegenheiten benutzt: KT McFarland habe, als sie Stellvertreterin der Nationalen Sicherheitsberater Michael Flynn und H. R. McMaster war, berufliche Kommunikation über ihren AOL-Account abgewickelt. Trumps ehemaliger Stratege Steve Bannon habe Dokumente, die die Nahost-Politik betreffen, auf seiner privaten E-Mail-Adresse erhalten.

>> Die Vorwürfe im Wortlaut

(Red.)