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Semperit verdreifacht Verlust

EANS-Adhoc: Semperit AG Holding / Staerkstes Startquartal in der Unternehmensgeschichte
Viele denken bei Semperit nach wie vor an Reifen, das österreichische Unternehmen stellt inzwischen jedoch Gummihandschuhe und Förderbänder wie dieses hier in Polen her.Semperit

Die Restrukturierung des Unternehmens trieb den Nettoverlust auf 80 Mio. Euro. Laut Semperit-Chef Martin Füllenbach ist "die Talsohle durchschritten".

Der börsennotierte Gummi- und Kautschukkonzern Semperit hat im Jahr 2018 seinen Nettoverlust verdreifacht. Das Ergebnis nach Steuern lag bei minus 80,4 Mio. Euro, nach -26,3 Mio. Euro im Jahr davor. Wertminderungen bei Sempermed (55,2 Mio. Euro) und Kosten für die Schließung des Sempertrans-Standorts in China (7,8 Mio. Euro) belasteten das Ergebnis. Der Umsatz lag stabil bei 878,5 Mio. Euro.

Das um negative Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) stieg hingegen um 40,6 Prozent auf 50,3 Mio. Euro. Semperit-Chef Martin Füllenbach zeigt sich zuversichtlich. "Wir haben die Talsohle durchschritten. Unser verschärfter Restrukturierungs- und Transformationskurs hat zu einer erheblichen operativen Ergebnisverbesserung im Sektor Industrie geführt", so Füllenbach am Freitag in einer Aussendung. "Wermutstropfen" bleibe die negative Entwicklung in der Medizinsparte. Für die Restrukturierung der Sempermed hat sich Semperit 36 Monate gegeben.

Restrukturierung soll 2020 abgeschlossen sein

Im laufenden Geschäftsjahr will der Semperit-Vorstand den Restrukturierungs- und Transformationsprozess "mit aller Konsequenz" weiterführen. "Fortlaufende und potenziell neue Maßnahmen zur Erhöhung der Rentabilität und Verringerung der Komplexität stehen unverändert ganz oben auf der Agenda", schreibt der Vorstand im Ausblick für 2019. Der Abschluss der Restrukturierung der Semperit Gruppe ist für Ende 2020 geplant.

Die Semperit Gruppe beschäftigt weltweit rund 6.800 Mitarbeiter, davon rund 3.500 in Asien und rund 900 in Österreich. Semperit hat weltweit 14 Produktionsstandorte sowie zahlreiche Vertriebsniederlassungen in Europa, Asien, Australien und Amerika. Der Konzern produziert unter anderem Untersuchungs- und Operationshandschuhe, Hydraulik- und Industrieschläuche, Fördergurte, Rolltreppen-Handläufe, Bauprofile, Seilbahnringe und Produkte für den Eisenbahnoberbau.