Wenn das Handy im Urlaub so richtig teuer wird

Clemens Fabry

Kundencenter Auch wenn Sie im EU-Ausland nicht telefonieren: Ihre Mobilbox tut das möglicherweise schon. Das wird teuer.

Frau L. hat eigentlich alles richtig gemacht. Dachte sie. Zwei Wochen war sie auf Urlaub in Sri Lanka. Mit dabei, natürlich, ihr Handy. Für Notfälle. Ausschließlich. Frau L. hat also ganz brav, wie es sich für kostenbewusste Urlauber gehört, niemanden daheim angerufen und keine Anrufe entgegen genommen. Nicht einmal SMS hat sie verschickt, das muss man mal schaffen.

Trotzdem war es dann daheim eher nicht so fein. Da trudelte nämlich die Handyrechnung ein. Und die enthielt einen zusätzlichen Betrag an Verbindungsentgelten von rund 50 Euro.

Das ist nicht die Welt – nach einer Sri Lanka-Reise schon gar nicht. Frau L. wurde dennoch stutzig. Der Anruf beim Mobilfunkunternehmen ihres Vertrauens brachte Aufklärung: Schuld waren seinerzeit jene zwei Anrufer aus Österreich. Die hatten nämlich Nachrichten auf L.‘s Mobilbox hinterlassen. Und das kostet halt. Nämlich gleich zweifach: Einmal wird ein „passives“ Gespräch verrechnet, also die Rufnachsendung ins Ausland. Und dann wird noch ein „aktives“ Gespräch in Rechnung gestellt – das wäre die Rufumleitung auf die A1-Mobilbox.

Die Mobilbox war's

Heißt: Frau L. hat zwar die beiden Gespräche nicht angenommen. Ihre Mobilbox aber schon. Und das kostet nicht wenig. Da hilft nur, die Mobilbox vor einer Reise ins EU-Ausland zu deaktivieren.

Jetzt ließe sich natürlich trefflich darüber streiten, ob Frau L. das nicht hätte wissen sollen. Das Handy als Kostenfalle im Ausland – darüber wird ja schon jahrein, jahraus geschrieben. Einerseits. Andererseits: Roaminggebühren in der EU sind gottlob endlich abgeschafft worden. Da kann es durchaus vorkommen, dass man bei einer Fernreise auf Details wie die Deaktivierung der Mobilbox vergisst.

Sei’s drum. Frau L. hat es halt nicht bedacht. Und sie wird wohl kein Einzelfall sein.

Sie wird  den unfreiwilligen Obolus eh zahlen (müssen). Und sich gleich doppelt ärgern. Da gab es nämlich, wieder in Österreich, auch noch ihrTelefonat mit dem A1-Kundenservice. Dort wurde die Sache so gehandhabt, wie es in Österreich durchaus populär ist: mit einem kecken Seitenhieb auf den gemeinhin dummen Kunden. Im konkreten Fall wurde die Sache Frau L. erklärt, dann folgte der Nachsatz: „Gott sei Dank wissen das die meisten Leute“. Danke, Botschaft angekommen.

Wir behaupten nun ebenso keck: Offensichtlich wissen das nicht alle Leute. Daher die freundliche, serviceorientierte Information von unserer Seite:  Deaktivieren Sie ihre Mobilbox im EU-Ausland!

Soviel Zeit muss sein.