Der Anfang vom Ende des Plastikbestecks in der EU

Plastikbecher bei Partys? Gehören in der EU bald der Vergangenheit an.
Plastikbecher bei Partys? Gehören in der EU bald der Vergangenheit an.APA/BARBARA GINDL
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Ab 2021 wollen EU-Staaten Plastikprodukte verbieten, für die es adäquaten Ersatz gibt: Essbesteck, Strohhalme, Teller, Wattestäbchen. Der Entschluss im EU-Parlament fällt heute.

Kein Stress mit dem Abwaschen? Dann doch lieber Plastikbesteck, -teller und vielleicht auch -strohhalme für die Party einkaufen. Doch damit soll in absehbarer Zeit Schluss sein: Das EU-Parlament wird heute ein  Verbot für jene Einweg-Plastikprodukte beschließen, für die es geeigneten Ersatz gibt.

Es ist einer der letzten Schritte in einem Verfahren, für das sich die Politik schon ausgiebig gefeiert hat. Nach dem Votum in Straßburg müssen formell noch die Mitgliedstaaten grünes Licht geben. 2021 soll das Verbot greifen, dann verschwinden viele Produkte aus den Supermarktregalen. Die EU hofft, so den Ausstoß von Kohlendioxid bis 2030 um insgesamt 3,4 Millionen Tonnen zu verringern. Bis dahin sollen auch Umweltschäden im Wert von 22 Milliarden Euro vermieden werden.

Geplant ist auch, dass bis 2029 mindestens neun von zehn Plastikflaschen getrennt gesammelt werden müssen. Außerdem wird festgelegt, dass neu verkaufte Plastikflaschen bis 2025 zu mindestens 25 Prozent aus recyceltem Material bestehen müssen. Produkthersteller sollen weiters verpflichtet werden, sich an den Kosten von Reinigungsaktionen - etwa an Stränden - zu beteiligen. Dies gilt insbesondere für die Tabakindustrie, da zahlreiche Zigarettenfilter in der Umwelt landen. Auch für angespülte Fischfangnetze sollen die neuen Vorschriften gelten.

>> Dossier: Plastik, wir haben ein Problem

Alternativen einsatzbereit

Alternativen für die bald verbotenen Plastikprodukte gibt es längst, ob aus Pappe, Holz, Glas oder Bambus. Die sind in der Herstellung nicht immer ökologisch besser als Plastikprodukte, vor allem wenn sie nicht mehrmals verwendet werden. Aber das EU-Verbot ist gemünzt auf das Plastik an den Stränden und in den Meeren. Dort ist es lebensgefährlich für Tiere und landet als Mikroplastik über die Nahrungskette auch auf den Tellern der Menschen. Experten warnen eindrücklich: 2050 könnte mehr Plastik in den Ozeanen schwimmen als Fische.

Um das zu verhindern, dürfte es aber nicht reichen, nur in der EU auf kleine Rührstaberl im Kaffee, auf Wattestäbchen und Luftballon-Halter aus Kunststoff zu verzichten. Bei der UN-Umweltkonferenz in Nairobi wurde klar, dass etwas passieren müsse - in vielen Ländern wird Müll kaum gesammelt, geschweige denn recycelt.

In der Tat ist Plastikvermüllung ein globales Problem, der allergrößte Anteil des Abfalls gelangt Forschern zufolge aus zehn großen Flüssen ins Meer. Industriestaaten haben eine Vorbildfunktion und können zeigen, wie Wohlstand und Konsum nachhaltig funktionieren.

(APA/dpa)

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