Außenpolitik

Petro Poroschenko, der ungeliebte Präsident

„Kandidaten gibt es viele, Präsidenten nur einen“ – und damit meint Petro Poroschenko (im Bild ein Wahlplakat in Kiew) sich selbst.
„Kandidaten gibt es viele, Präsidenten nur einen“ – und damit meint Petro Poroschenko (im Bild ein Wahlplakat in Kiew) sich selbst.APA/AFP/SERGEI SUPINSKY

Der ukrainische Präsident muss um seine Wiederwahl fürchten. 2014 haben ihn in seiner Heimatstadt Bolhrad noch viele unterstützt. Mittlerweile hat er sogar dort die Sympathien verspielt. Was ist in seiner Amtszeit passiert?

Die Welt des Erstklässlers Petro Poroschenko war übersichtlich wie das Schachbrettmuster, in dem seine Heimatstadt angelegt ist. Seinen Sitzplatz hatte er in der dritten Reihe in einem Erdgeschoß-Klassenzimmer mit Blick auf den Schulhof. Das Schulgebäude lag fünf Minuten von seinem Elternhaus entfernt. Bog man an der großen gelben Kirche nach Westen ab, gelangte man in ein paar Minuten zum schilfgesäumten Jalpuhsee. Dahinter lag schon ein anderes Land: Moldawien. Folgte man dem baumgesäumten Lenin-Prospekt, an dem das einstöckige Haus der Poroschenkos mit dem kleinen Balkon stand, war man wenig später im schattigen Komsomolzenpark. Ein paar Hundert Meter weiter, immer die schnurgerade Straße und die daran aufgefädelten Häusern entlang, endete Bolhrad.