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"Wie redest du, du Tier?": Ältere Frau beschimpft Muslima

Symbolbild: Straßenbahn in Wien
Symbolbild: Straßenbahn in WienDie Presse
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Eine ältere Frau beschimpft in Wien wüst eine junge Frau mit Kopftuch - und spuckt sie an. Das Video wird derzeit vielfach in den sozialen Medien geteilt. Nun soll es eine Crowdfunding-Kampagne gegen Hassattacken geben.

"Du Hure, du wertlose. Verschwind' du Scheiße": Mit Worten wie diesen hat eine ältere Frau am Samstag eine Muslima in der Bundehauptstadt beschimpft. Die junge Frau mit dem Kopftuch, die in Wien geboren wurde, wartete neben der Seniorin auf die Straßenbahn im siebten Bezirk als die Beschimpfungen losgingen: "Mund halten, wie redest du mit mir, du Tier? (...) Das ist mein Land, du Hure", schreit sie die junge Frau an. So ist es auf dem Video zu sehen, das die Betroffene von dem Vorfall gemacht hat. Es zeigt den Körper der Älteren, die mit ihrer Einkaufstasche auf einer Wartebank sitzt. Der Kopf ist nicht zu sehen.

"Du wirst nicht hierbleiben. Die FPÖ schmeißt euch alle raus. Die FPÖ schmeißt solche primitiven Tiere wie dich raus, du freches Schwein", setzt sie ihre Tiraden weiter fort. Und: "Setz dich, du Schwein, du Hund - auf den Boden, wo du hingehörst."

"Wie reden Sie mit mir?", erwidert die hörbar fassungslose Frau auf die Beschimpfungen. Und: "Ich bin hier geboren."

An der Haltestelle bespuckt

Ein junger Mann - offenbar ein Passant - eilt der jungen Frau zu Hilfe und wird sofort als Sandler beschimpft. Als die Straßenbahn einfährt, fängt die Ältere zu schreien an. "Sie hat angefangen. Du Hure, du wertlose. Verschwind' du Scheiße", dann ist zu hören, wie sie die junge Frau anspuckt. Damit nicht genug beginnt die Seniorin einen Angriff vorzutäuschen: "Hilfe, Gewalttäterin." Weitere Passanten schalten sich ein: "Gehen Sie einfach", sagen sie zur älteren Frau, die dann offenbar in die Straßenbahn einsteigt.

Die junge Frau schickte das Video an ihre Freundin Asma Aiad, die das Video öffentlich machte. Aiad ist bei der MJÖ, der Muslimischen Jugend Österreich, aktiv und ist Anti-Rassismus-Aktivistin. Ihre Freundin wolle nicht mit den Medien reden, sagte Aiad gegenüber dem "Standard". Dafür will Aiad nun eine Crowdfunding-Kampagne für ein Projekt starten, bei dem Frauen bei jeder Art von rassistischer Attacke schnell rechtlich und auch psychologisch unterstützt und gestärkt werden sollen.

Angreiferin wirke "psychisch auffällig"

Mittlerweile wird auch über den Gesundheitszustand der Frau spekuliert. Aiad erzählte dem "Standard", dass ihr mehrere Leute geschrieben hätten, dass die Frau auch andere Passanten beschimpft hätte, weil sie Rumänisch oder Hebräisch sprechen. 

Caritas-Generalsekretär Klaus Schwertner schrieb am Montag in einem öffentlichen Posting auf Facebook: "Die Angreiferin wirkt psychisch auffällig, zumindest verwirrt und sehr aufgebracht." Er werde das Video daher nicht teilen: "Weil ich ohne alle Details zu kennen das Gefühl habe hier wird eine unter Umständen psychisch kranke Frau zur Täterin gemacht und selbst dem Socialmedia Mob zum Aggressionsziel präsentiert." Das Video lasse ihn irritiert und etwas ratlos zu zurück. 

Kurz verurteilt Attacke

Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) hat den Vorfall am Montag scharf verurteilt. "Eine widerliche Attacke, die ich auf das Schärfste verurteile. In Österreich stehen wir für ein respektvolles und friedliches Miteinander aller Religionen!", postete der Regierungschef auf Facebook.

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(Red.)