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Wir sind weit weniger schlau als angenommen

Das Rad-ExperimentMaxime Derex
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Boote, Häuser, Werkzeug: All das hat der Homo sapiens weder kreativ geplant noch kausal verstanden. Sein Vorteil verdankt sich weniger seiner Intelligenz als seiner Fähigkeit, zufällig Entdecktes kulturell zu tradieren. Das hat er nun selbst experimentell nachgewiesen.

Was ist der Mensch doch für ein tolles Wesen! Schon in grauer Vorzeit baute er perfekt geformte Boote, statisch einwandfreie Häuser, raffinierte Waffen und Werkzeuge. Warum? Sein großes Hirn erlaubte es ihm schon früh, anders als Tiere kreativ zu denken, zu planen und kausale Zusammenhänge zu verstehen – so lautet die übliche Erklärung. Aber stimmt sie auch? Einen guten Bogen für die Jagd zu konstruieren ist ein Optimierungsproblem mit so vielen Dimensionen, dass heutige Physiker es nur mit Mühe modellieren können. Das nährt bei vielen Anthropologen einen Verdacht: Vielleicht sind die meisten Technologien durch Zufall entstanden, und durch langsame, ebenso zufällige Verbesserungen – ohne dass ihre Anwender je verstanden haben, warum diese Artefakte so gut funktionieren.