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Sibylle Hamann

Reden wir noch genauer über den „Bevölkerungsaustausch“!

Wer hat diesen Begriff in die Welt gesetzt? Wer verbreitet ihn? Und will die ÖVP tatsächlich daran anstreifen? Ein kleiner Versuch zur Aufklärung.

Gastkommentare und Beiträge von externen Autoren müssen nicht der Meinung der Redaktion entsprechen.

Der Terrorist von Christchurch rechtfertigte seinen Massenmord damit, es gebe einen globalen Bevölkerungsaustausch („The Great Replacement“), gegen den man sich „wehren“ müsse. Die meisten Medienkonsumenten hörten diesen seltsamen Begriff nach dem Attentat zum ersten Mal. Für Menschen, die ihre Informationen aus rechtsextremen Quellen beziehen, ist das Wort allerdings schon seit Jahren fixer Bestandteil ihres Vokabulars. Es wird in Büchern verwendet, in YouTube-Videos, auf rechten Websites wie info-direkt oder Unzensuriert, in unzähligen Postings und Leserbriefen (auch an meine Adresse). Der Identitäre Martin Sellner verwendet das Wort „Bevölkerungsaustausch“ gern; ebenso AfD-Sprecher Alexander Gauland. In Österreich hatten FPÖler zuvor eher das Wort „Umvolkung“ benützt; nun konnten sie dessen Nazi-Nachhall abstreifen und es durch ein flotteres Wort ersetzen: „Ich nenne es heute Ethnomorphose, Bevölkerungsaustausch“, erklärte etwa FP-Klubobmann Johann Gudenus. „Bevölkerungsaustausch“ schrieb, in mehreren Facebook-Postings, auch Heinz-Christian Strache, Vizekanzler der Republik.