Mercedes AMG C43: So macht Kombi-Fahren Spaß

Experten erkennen außen, welche Kräfte innen im Mercedes schlummern.
Experten erkennen außen, welche Kräfte innen im Mercedes schlummern. (c) Norbert Rief
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Mercedes hat seine C-Klasse umfassend modifiziert – und mit dem T-Modell AMG C43 gekrönt.

In Zeiten strikter Abgasvorschriften und politisch-korrekt verordneter Freudlosigkeit bei der Fortbewegung ist man es ja gewohnt, dass Kombis das Temperament eines Koalas haben. Die Autos sind in erster Linie dafür da, Kinder, Hund und viel Gepäck sicher und behutsam von A nach B zu transportieren. Das muss keinen Spaß machen. Und dann steigt man in den Mercedes CT43 ein.

Nun müssen wir vorausschicken, dass wir üblicherweise lange Pick-ups und schwere SUVs fahren, die wegen ihres hohen Gewichts schon 200 PS benötigen, um überhaupt aus der Garage zu kommen. Fahren wir einmal einen Nissan Micra mit 1089 Kilogramm Eigengewicht, sind wir schon von der ungewohnten Spritzigkeit überrascht.

Und dann ein AMG. Wobei der Mercedes-Kombi – sorry: T-Modell – auf den ersten Blick nicht sonderlich beeindruckend aussieht. Ein Kombi eben, vielleicht etwas schöner designt. Erst bei genauerem Hinsehen ahnt der Experte wegen der Doppellamellen beim Kühlergrill und den zwei Doppelendrohrblenden in Hochglanzchrom, was hier steht. Schlichtere Beobachter weisen einfach auf den seitlichen und hinteren Schriftzug hin: „Biturbo“ und „AMG“ – da weiß jeder Fahrschüler, was hier steht.
Konkret: Der AMG C43 mit 3,0-Liter-V6-Biturbomotor, 390 PS (287 kW), 1,1 bar Ladedruck, aus dem Stand in 4,8 Sekunden auf 100 km/h, 520 Newtonmeter Drehmoment. Zusammengefasst: So macht Kombi-Fahren Spaß.

Zwar bringt der C43 auch 1685 Kilogramm auf die Waage. Das sind aber in erster Linie Muskeln. Beispielsweise das Stahlfahrwerk mit einstellbarem, elektronisch geregeltem Dämpfungssystem. Bei Comfort gleitet man Bandscheiben schonend sogar über die schwer ramponierte Flughafenautobahn bei Wien, im Modus Sport bzw. Sport+ wird das Fahrwerk so straff, dass man jeden Kieselstein auf dem Weg zum Schweinsbraten in der Kalten Kuchl spürt (und das sind nach diesem harten Winter einige). Dass man nicht aus den Kurven fliegt, dafür sorgt auch der serienmäßige Allradantrieb, der knapp 70 Prozent der Kraft sportlich auf die Hinterachse legt. Die notfalls eingreifenden Assistenzsysteme sind jetzt auf dem Stand der S-Klasse.

Innen dominiert (neben den obligaten roten Ziernähten) ein volldigitales Cockpit mit speziellen AMG-Anzeigen – beispielsweise Ladedruck und Reifentemperatur –, die Steuerung von Navi und Musik geht am besten über die ausgezeichnete Spracherkennung, die Mercedes bietet.

Staat kassiert ordentlich ab

Das Unerfreuliche zum Schluss: der Preis. Mercedes will für den AMG C43 angemessene 65.618 Euro. Doch Vater Staat schlägt noch einmal mit Mehrwertsteuer und Normverbrauchsabgabe zu – und zwar ordentlich. Mehr als 40 Prozent muss man aufzahlen, der Endpreis liegt bei 95.503 Euro. Spaßverderber!

Compliance-Hinweis: Die Reisen zu Produktpräsentationen wurden von den Herstellern unterstützt. Testfahrzeuge wurden kostenfrei zur Verfügung gestellt.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 05.04.2019)

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