Saudiarabien droht mit dem Ende des Petrodollars

Inauguration Of Emirates National Oil Co. Plant
Wenn die USA gesetzlich gegen die OPEC vorgehen, will sich Saudiarabien mit einer harten Reaktion wehren.Bloomberg

Aufgrund eines US-Gesetzes soll Saudiarabien drohen, den Dollar als Zahlungsmittel bei Ölgeschäften durch eine andere Währung zu ersetzen. Die Auswirkungen für die Weltwirtschaft wären gravierend.

Erdöl ist trotz aller Erfolge bei erneuerbaren Energieträgern nach wie vor das Schmiermittel der Weltwirtschaft. Und Öl wird traditionell immer in US-Dollar gehandelt. Wirtschaftlich bringt das den USA einen riesigen Vorteil gegenüber anderen Ländern, weil sie beim Stillen ihres Energiehungers nicht von Wechselkursen zu anderen Währungen abhängig sind. Politisch ist diese Verknüpfung von Öl und Dollar durch die traditionell engen Bande zwischen den Vereinigten Staaten und Saudiarabien, dem wichtigsten Ölförderer der Welt, festgezurrt. Länder wie der Iran oder Venezuela, die mit den USA politisch über Kreuz stehen versuchten bereits mehrmals diese Dominanz des Dollars im Ölgeschäft zu brechen - bisher ohne Erfolg.

Nun droht dem Petrodollar aber wirkliche Gefahr. Denn laut Informationen der Nachrichtenagentur Reuters droht nun auch Saudiarabien den USA, bei  Ölgeschäften den Dollar als Zahlungsmittel abzulösen. Die Verkäufe könnten in anderen Währungen abgewickelt werden, sagten drei mit der saudiarabischen Energiepolitik vertraute Personen am Freitag, die aufgrund der heiklen Materie anonym bleiben wollten. Die Erwägungen seien bereits mit anderen OPEC-Ländern diskutiert und den USA übermittelt worden.

Ein Gesetz gegen die OPEC

Grund für diese ungewöhnliche Drohung ist der No Oil Producing and Exporting Cartels Act, kurz NOPEC, der in den USA bereits seit gut zehn Jahren auf der politischen Agenda steht. Wird NOPEC rechtskräftig von der US-Legislative verabschiedet, hätte das für die 14 Mitgliedsstaaten des Ölkartells OPEC einschneidende Folgen. Denn das Gesetz würde das US-Kartellrecht ändern und OPEC-Länder könnten verklagt werden. Denn es wäre dann illegal, Absprachen zur Öl- oder Gasproduktion oder deren Preise zu treffen. Hielten sich die Länder nicht daran, könnte das teuer werden.

Ob es soweit kommt, hängt nicht zuletzt von US-Präsident Donald Trump ab. Seine Vorgänger wollten kein NOPEC-Gesetz. Doch Trump hatte sich in der Vergangenheit wiederholt öffentlich über die hohen Ölpreise geärgert und die Schuld daran der OPEC zugewiesen. Experten halten die Chancen, dass NOPEC beschlossen wird, aufgrund der drastischen Auswirkungen allerdings für gering.

Doch auch schon in der Vergangenheit hat Trump bewiesen, mitunter überraschende politische Schritte zu setzen. Und niedrige Ölpreise sind vor allem für seine Kernwählerschicht in den ländlichen Gebieten eine wichtige politische Frage. Käme es zu einer Abkehr vom US-Dollar als Leitwährung beim Ölhandel wäre dies für die USA jedoch ein ziemlicher Bumerang. Denn sie ist ein gewichtiger Grund für das sogenannte „exorbitante Privileg", das den Amerikanern bereits seit Jahren ermöglicht, dauerhaft über ihren wirtschaftlichen Verhältnissen zu leben.

 

(jaz)

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