Dieser Browser wird nicht mehr unterstützt

Bitte wechseln Sie zu einem unterstützten Browser wie Chrome, Firefox, Safari oder Edge.

Premium
Europa

„Ich frage mich, ob Kanzler Kurz das mit der FPÖ schafft“

Frans Timmermans, Vizepräsident der EU-Kommission und Spitzenkandidat der europäischen Sozialdemokraten nahm am SPÖ-Wahlkampfauftakt in Wien teil.
Frans Timmermans, Vizepräsident der EU-Kommission und Spitzenkandidat der europäischen Sozialdemokraten nahm am SPÖ-Wahlkampfauftakt in Wien teil.Fabry / Die Presse
  • Drucken

SPE-Spitzenkandidat Timmermans im Interview mit der „Presse“ über Türkis-Blau, Rumäniens Sozialisten und seine Vorbehalte gegen ein Verbot rechtsradikaler Parteien.

Die Presse: In London bemüht sich Tory-Premierministerin May erstmals ernsthaft mit Labour um eine parteiübergreifende Mehrheit fürs Brexit-Abkommen. Sind Sie dafür, das Austrittsdatum zu verschieben?

Frans Timmermans:
Wir müssen zuerst Klarheit aus London haben: Wenn es einen Kompromiss gibt, der eine Mehrheit im Parlament findet, könnten wir natürlich noch etwas länger zuwarten. Was May und Labour-Chef Corbyn jetzt versuchen, hätten sie schon vor zwei Jahren machen müssen. Die Niederlande und Österreich sind Koalitionsländer. Für uns wäre das normal. Bei den Briten ist das schwieriger. Ein Hard Brexit wäre das Schlimmste, was uns passieren kann. Denn dann haben die Briten den Schaden und wir auch.

Viel Zeit bis zum Gipfel am 10. April bleibt ja nicht mehr. Wäre es da nicht klüger, dem Wunsch Mays nach einem Brexit-Aufschub bis 30. Juni zu entsprechen?

Eines ist klar: Wenn die Briten eine weitere Verschiebung wollen, müssen sie sich an den Europawahlen beteiligen.

Sie sind zum EU-Wahlkampfauftakt der SPÖ in Wien. Den Sozialdemokraten geht es in Europa nicht wahnsinnig gut. In Deutschland liegen sie unter 20, in Frankreich bei fünf, in den Niederlanden bei neun Prozent. Ist das im EU-Wahlkampf überhaupt aufholbar?

Sie kommen mit Ihrer, ich mit meiner Liste. In Spanien sind die Sozialdemokraten in Umfragen über 30, in Italien wieder über 20, in Portugal sogar bei fast 40 Prozent. Wir führen jetzt auch in Dänemark.