Börsen: Jede Marktphase hat ihre Vorteile

Fed-Chef Jerome Powell: Notenbank hat keine Eile bei Zinserhöhungen.
Fed-Chef Jerome Powell: Notenbank hat keine Eile bei Zinserhöhungen. (c) REUTERS (JOSHUA ROBERTS)
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Mit den zunehmend unsicheren Wirtschaftsaussichten nehmen die Schwankungen an den Börsen zu. Einigen speziellen Fonds spielt dieses Umfeld in die Hände.

Wien. So wirklich nachvollziehbar sind manche Trends an den weltweiten Finanzmärkten offenbar nicht. Allein der jüngste Anstieg des britischen Pfund sorgte für Kopfschütteln. „Es ist rund um den EU-Austritt Großbritanniens schließlich noch nichts geklärt“, konstatiert Peter Brezinschek, Chefvolkswirt bei Raiffeisen Research.

Freilich, weitere Beispiele für unverhoffte Trendwenden gibt es genügend. Vor wenigen Monaten schienen auch heuer US-Zinsanhebungen fix. Doch das ist seit der letzten Fed-Sitzung vom Tisch. Und bleibt nicht ohne Folgen für die Märkte. Denn die Aussicht auf anhaltend billiges Geld beflügelt die Aktien- und Anleihekurse. Wie lang, das weiß niemand so genau.

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Genau deshalb kann sich zum Beispiel ein Blick auf sogenannte Liquid-Alternative-Fonds lohnen. Der Unterschied zu „normalen“ Fonds? Die Produkte setzen auf steigende und fallende Kurse, etwa bei Aktien, Anleihen oder auch bei Währungen. Damit können sie auf viele unterschiedliche Marktphasen setzen. Allein, viele Liquid-Alternative-Fonds verlangen hohe Mindestsummen, bei einigen können auch Kleinanleger investieren. Dazu zählt etwa der Nordea 1 – Alpha 10 MA Fund. Hier ist die Vermögensaufteilung ebenfalls vielschichtig, zumal der Fonds sowohl auf kurzfristige Handelsstrategien als auch auf langfristige Investmentstrategien setzt, erklärt Senior Product Manager Christian Lehr.

Hoch im Kurs: Defensive Aktien

Letztere Strategie beinhaltet zum Beispiel die Veranlagung in ausgewählte Großkonzerne wie Johnson & Johnson oder Cisco. „Es handelt sich um sehr defensive Aktien“, erklärt Lehr. Weil aber selbst diese in schlechten Zeiten schwanken können, wird mittels Derivaten stets ein klein wenig auf fallende Aktienmärkte gesetzt, quasi als Versicherung. Doch auch auf den Währungsmärkten wird der Fonds fündig und setzt aktuell etwa auf einen Anstieg der US-amerikanischen Währung gegenüber dem australischen sowie dem neuseeländischen Dollar.

Man halte eben laufend Ausschau nach Marktanomalien, meint Lehr. Und die gibt es auch auf den Bondmärkten. Da habe man ein wenig auf einen Unternehmensanleiheindex gesetzt und in US-Staatsanleihen investiert. Obendrein können zum Beispiel Aktien und Anleihen gegeneinander ausgespielt werden. Schließlich gibt es Phasen, in denen eine Anlageklasse steigt, während die andere genau dann an Wert verliert. Allein: Im Nordea 1 – Alpha 15 MA Fund ist der Ansatz ähnlich, der Fonds geht aber ein etwas größeres Risiko ein.

Dividenden im Fokus

Und wie sieht es bei anderen Produkten aus? Auch beim BB Global Macro Bellevue Funds kann Fondsmanager Lucio Soso in mehreren Anlageklassen auf fallende und steigende Kurse setzen. Und das sogar weltweit. Zuletzt standen etwa Dividenden im Fokus, wobei Soso mittels Derivaten auf die Ausschüttungen setzt. Auch Staatsanleihen sind Teil des Portfolios, während auf der Währungsseite zuletzt auf einen steigenden Dollar gegenüber dem chinesischen Renminbi gesetzt wurde.

Spesen kann man sparen

Und wer bei den Spesen sparen möchte, kann einen Blick auf die ETF-Welt werfen. Das sind börsengehandelte Indexfonds, bei denen Fondsmanager keine aktiven Entscheidungen treffen. Daher sind sie meist günstiger. Der JP Morgan – Managed Futures UCITS ETF hält derzeit ein gutes Stück an Cash in Dollar und investiert zum Beispiel in Bonds staatsnaher Institute sowie in einen breit gestreuten Rohstoffindex.

Was Anleger bedenken müssen: Die Fonds setzen auf viele verschiedene Strategien, sie liegen dabei aber nicht immer richtig. Anleger müssen daher auch bei diesen Produkten Schwankungen verkraften und sollten nur einen Teil ihres Vermögens investieren.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 06.04.2019)

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