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FPÖ: Amann legt Strache Rücktritt nahe

RfWObmann Amann legt Strache
(c) APA (Roland Schlager)
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Der Obmann des Rings Freiheitlicher Wirtschaftstreibender kritisiert, dass die FPÖ die "rechtslastige" Barbara Rosenkranz in die Hofburg-Wahl geschickt hat. Mit ihrer momentanen Ausrichtung sei die FPÖ nicht konkurrenzfähig.

Der Bundesobmann des Rings Freiheitlicher Wirtschaftstreibender (RfW), Fritz Amann, übt nach der Hofburg-Wahl scharfe Kritik an Parteichef Heinz-Christian Strache. Er empfiehlt ihm, über seinen Rücktritt nachzudenken. "Dass man in der Strategie so daneben liegt wie Strache, dürfte einem Mann in seiner Position nicht passieren", kritisierte der Landesparteiobmann-Stellvertreter der Vorarlberger Freiheitlichen und ehemalige Landtagsvizepräsident am Montag. Die "rechtslastige" Barbara Rosenkranz als Bundespräsident-Kandidatin aufzustellen, sei ein Fehler gewesen.

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"Strache wird auch bei der Landtagswahl in Wien nie seine Ziele erreichen", prophezeite Amann. Eher müssten sich Strache und die anderen Verantwortlichen in der FPÖ selbst infrage stellen und darüber befinden, "ob sie überhaupt noch reüssieren können".

"FPÖ nicht mehr konkurrenzfähig"

Mit ihrer momentanen Ausrichtung sei die FPÖ nicht mehr konkurrenzfähig, so Amann. Er fordert ein inhaltliches Umdenken in Richtung freiheitlich-liberaler Werte. Das Ausländerthema sei längst nicht mehr so aktuell wie vor drei Jahren, und auch in Vorarlbergs Wählerschaft sei nach dem "Juden-Sager" von Parteichef Dieter Egger eine Ernüchterung eingetreten. "Sie haben doch gesehen, dass mit diesem Thema zwar aktuell Wirbel gemacht werden kann, aber auf lange Sicht ist das überhaupt ein Schaden an jeder demokratischen Partei", so Amann.

Zum Antreten von Barbara Rosenkranz sagte der ehemalige FPÖ-Klubobmann im Vorarlberger Landtag, dass die FPÖ offenbar über keine geeigneten Kandidaten mehr verfüge, mit denen man auch das bürgerliche Lager hätte ansprechen können. Auch er selbst habe sein Wahlrecht nicht ausgeübt. Überhaupt sei es unglaubwürdig, zunächst die Abschaffung des Bundespräsidentenamts zu fordern, am Ende aber doch eine Kandidatin zu nominieren, so Amann.

Die Partei zu verlassen komme für ihn aber nicht infrage. "Ich bin Mitglied der freiheitlichen Partei, handelnde Personen sind nicht die Parteiideologie. Nur wenn man drinnen bleibt, kann man etwas verändern", stellte Amann fest.

(APA)